Werbung

Von der Vergangenheit überholt

Kurt Stenger über den mutmaßlichen Abgang der Deutschen-Bank-Chefs

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

In der sogenannten Aktionärsdemokratie geht es bisweilen laut zu, aber am Ende gibt es fast immer prozentuale Mehrheiten der Marke 90+. Dass die Führungsspitze der Deutschen Bank bei der jüngsten Hauptversammlung kaum über 60 Prozent kam, war daher mehr als ein Schuss vor den Bug. So kommt es nicht überraschend, dass sich die Doppelspitze Anshu Jain/Jürgen Fitschen nacheinander zurückziehen wird. Sie war ja einst angetreten, um einen Kulturwandel zu vollziehen - das Duo sollte die vielen Skandale möglichst schnell abschütteln. Doch es kamen immer mehr teure juristische Altlasten hinzu.

Vor allem Jain, der als Ex-Chef der Investmentsparte viele Vorgänge mit zu verantworten hatte, wurde von der Vergangenheit nicht nur eingeholt, sondern sogar überholt. Dass es an seiner Stelle nun John Cryan richten soll, der spät zur Deutschen Bank kam und bisher im Aufsichtsrat dubiose Vorgänge zu prüfen hatte, ist ein cleverer Schachzug. Das Auswechseln der alten Besen, das sich fast ein Jahr hinziehen wird, kann aber nur ein erster Schritt sein. Viel wichtiger wäre es, dass nun wirklich reiner Tisch gemacht wird - nicht nur, um die wegen schlechter Aktienkurse grummelnden Anleger zu besänftigen. Und die neue Strategie, die Kahlschlag ausgerechnet im skandalarmen Privatkundengeschäft vorsieht, gehört auf den Prüfstand.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!