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Lateinamerika halbiert den Hunger

  • Von Marianela Jarroud, Santiago de Chile
  • Lesedauer: 2 Min.

Als erste Region der Welt haben Lateinamerika und die Karibik das UN-Millenniumsentwicklungsziel erreicht, das die Halbierung der Zahl der Hungernden vorsieht. Dennoch haben dort noch immer 34,3 Millionen Menschen beziehungsweise 5,5 Prozent der Bevölkerung nicht genug zu essen.

Wie aus dem Ende Mai von der Weltagrarorganisation FAO veröffentlichten Bericht zur globalen Ernährungsunsicherheit (SOFI) hervorgeht, lebten im Jahr 2002 44 Prozent der lateinamerikanisch-karibischen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Inzwischen ist der Anteil auf 28 Prozent der schätzungsweise 605 Millionen Einwohner geschrumpft.

Südamerika, wo sich 66 Prozent der regionalen Gesamtbevölkerung konzentriert, verzeichnete bei der Bekämpfung des Hungers die größten Fortschritte in den Zeiträumen 1990 bis 1992 und 2012 bis 2016. Dort sind allerdings die meisten unterernährten Menschen zu finden.

Im selben Zeitraum gelang es der Subregion Zentralamerika, die Zahl der Hungernden von 12,6 Millionen auf 11,4 Millionen zu verringern. Dieser Prozess hat sich allerdings seit 2013 verlangsamt. Den größten Rückstand weist die Karibik auf, wo 7,5 Millionen Menschen Hunger leiden. Zurückzuführen ist dies in erster Linie auf die Lage in Haiti, dem ärmsten Land der Hemisphäre. Dem Bericht zufolge leben dort 75 Prozent aller Unterernährten des Karibikraums.

Haiti habe tief wurzelnde Probleme, die noch auf die Kolonialzeit und die damalige Landverteilung zurückgingen, erklärte Eve Crowley, die stellvertretende FAO-Regionalbeauftragte, bei der Vorstellung des Berichts am 28. Mai in Santiago de Chile. In der jüngeren Vergangenheit habe die politische Instabilität das Wirtschaftswachstum des Landes negativ beeinflusst.

Der Report weist aber auch darauf hin, dass im Laufe der vergangenen zwei Jahrzehnte mehr als 30 Millionen Menschen in der Region den Hunger überwunden haben. Die FAO führt die Erfolge im Kampf gegen den Hunger zum einen auf einen positiven makroökonomischen Hintergrund während der letzten Dekade und zum anderen auf den erklärten politischen Willen zurück, Abhilfe zu schaffen. IPS

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