Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Ein 10:0 zum Abhaken

Deutschlands Fußballerinnen erwischen Traumstart in die WM, bilden sich darauf aber nichts ein

  • Von Ulli Brünger, Ottawa
  • Lesedauer: 3 Min.
Der Respekt der DFB-Elf vor der Elfenbeinküste war groß, erwies sich aber als unbegründet. Die deutsche Torfabrik lief beim 10:0 zum WM-Start auf Hochtouren. Der nächste Gegner ist nun sicher stärker.

Die deutschen Fußballerinnen produzierten zum WM-Auftakt Tore wie am Fließband, doch schon im Duell mit Norwegen erwartet sie eine ganz andere Herausforderung. »Wir sind nicht so blauäugig, dass wir diesen Sieg überbewerten. Wir wissen, dass es gegen Norwegen schwerer wird«, warnte Spielführerin Nadine Angerer nach dem 10:0-Sieg gegen den völlig überforderten WM-Neuling Elfenbeinküste. Die Torhüterin weiß, dass das Toreschießen bei der Fußball-WM in Kanada gegen stärkere Gegner weitaus schwerer wird.

Im zweiten Gruppenspiel gegen die Skandinavierinnen am Donnerstag (22 Uhr MESZ) geht es in Ottawa schon um den Gruppensieg. Da Norwegen im ersten Spiel »nur« 4:0 gegen Thailand gewann, genügt der Mannschaft von Silvia Neid in der Neuauflage des EM-Endspiels 2013 bereits ein Remis, um vor dem Vorrundenabschluss am 15. Juni die Tabellenführung zu behalten.

Dass ihre Mannschaft den von ihr weit stärker eingeschätzten Gegner so demontieren würde, hätte Bundestrainerin Silvia Neid selbst nicht für möglich gehalten. Doch die 51-Jährige konnte mit der Fehleinschätzung im Nachhinein gut leben. »Es war ein perfekter Start, da gibt es nichts zu meckern. Ich hätte nie geglaubt, dass wir 10:0 gewinnen. Wir hatten die Elfenbeinküste viel besser eingestuft.«

Es hätten gar noch mehr Tore fallen können, am Ende wackelte gar der Rekordsieg. Zum WM-Start in China am 10. September 2007 hatte die deutsche Elf Argentinien mit 11:0 besiegt und später den zweiten Titel - sogar ohne Gegentor im ganzen Turnier - eingefahren. Die Lehrstunde für die Ivorerinnen am Sonntag vor 20 953 Zuschauern mag ein gutes Omen sein, eine Garantie für einen ähnlichen WM-Rausch wie vor acht Jahren ist sie jedoch selbstredend nicht.

»Es hätte schwer werden können, wenn wir nicht sofort aggressiv gespielt hätten«, befand Simone Laudehr, die in der 71. Minute das 7:0 beigesteuert hatte. »Es war gut, schnell ein Tor zu machen. So haben sie gleich gemerkt, dass wir ernst machen«, pflichtete die dreifache Torschützin Celia Sasic nach ihren Länderspieltoren 58 bis 60 binnen 29 Minuten (3./14./31.) bei. Neid konnte sich sogar leisten, ihre beste Torjägerin in der zweiten Hälfte zu schonen. Am begeisternden und kompromisslosen Auftritt des zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameisters gegen die Nummer 67 der Welt änderte dies nichts.

Die Mentalität, auch nach klarer Führung immer nach vorn zu spielen, Chancen zu kreieren und weitere Tore zu erzielen, hat die deutsche Mannschaft über viele Jahre hinweg perfektioniert. Zum Leidwesen der Konkurrenz, aber zur Freude der Fans. Wie Sasic gelang der spielfreudigen Anja Mittag (29./35./64.) ein Dreierpack. Die übrigen Tore steuerten die eingewechselte Sara Däbritz, die ihr erstes Länderspieltor gebührend bejubelte, sowie Melanie Behringer (79.) und Alexandra Popp (85.) per Freistoß bei.

Da zahlreiche Spielerinnen durch die teils übertriebene Härte der Ivorerinnen blaue Flecke und Wunden davontrugen, stand vorwiegend Pflege auf dem Programm. »Wir müssen jetzt erst mal einen Tag runterfahren und regenerieren«, meinte Laudehr. Der stumpfe Kunstrasen machte bei der intensiven Partie zusätzlich zu schaffen. Neid sorgt sich vor allem um Melanie Leupolz, die es mit einer Schambeinprellung und Muskelproblemen in der Leistengegend schwerer erwischte. Ihr Einsatz gegen Norwegen ist ungewiss. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln