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Gedächtnis gewinnt

Würzburger Jugendzentrum entdeckt das russische »Durak« für sich

Täglich wird hier die oder der Doofe ausgeguckt: im Jugendzentrum Heuchelhof in Würzburg. Da zocken Mädchen und Jungen nämlich begeistert »Durak«, zu Deutsch: »Dummkopf«. Ein traditionelles russisches Kartenspiel, bei dem sogar ein orthodoxer Hintergrund im Spiel ist. Um so bemerkenswerter ist, dass »Durak« gerade in der unterfränkischen Bischofsstadt boomt. Johannes Diegruber, 62, Sozialpädagoge, sorgt maßgeblich dafür. Warum, erläutert er nd-Autor René Gralla

nd: Verlierer stehen ziemlich blöde da, kriegen zur Pleite auch noch Hohn, weil sie oder er dann als »Dura« beziehungsweise »Durak« bezeichnet werden. Ist das nicht ein bisschen böse?
Diegruber: Ach nein! Jeder ist ja mal dran, wird Dummkopf. Damit gehen die Leute ganz entspannt um. Klar, zwischendurch sind alle richtig ehrgeizig, aber mein Gott, zu wichtig nimmt das niemand. Das ist eben die pure Spielbegeisterung. Wie beim bayrischen Schafkopf, da wird mancher auch emotional und haut auf den Tisch: »Da hast du’s!« und »Jetzt kannst du nimmer!«. Aber hinterher ist es auch wieder vorbei.

Ist das wirklich vorbei? Der Verlierer muss doch sogar eine Mütze tragen, die Schmach wird unübersehbar!
Das machen wir hier nicht. Eine Niederlage soll nicht noch zur Schau gestellt werden. Deswegen wandeln wir die Regeln leicht ab: Statt den Verlierer einer Runde oder gar des Tages laut auszurufen, wie es im Durak eigentlich üblich ist, vertei...


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