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Die Geschichte von MERS

Der Weg des Virus’ von Saudi-Arabien nach Südkorea

  • Von Celestine Hassenfratz
  • Lesedauer: 2 Min.

Ein Patient aus Dschidda in Saudi-Arabien wurde im Juni 2012 wegen einer schweren Atemwegserkrankung nach London verlegt. Da der Patient für eine Lungenentzündung untypische Symptome aufwies und mit einem Nierenversagen zu kämpfen hatte, vermuteten die Ärzte eine unbekannte Virenerkrankung. Die Suche nach bekannten Viren blieb erfolglos. Bei der Suche nach dem Grund der rätselhaften Krankheit stießen die Ärzte auf den Genabschnitt eines bis dahin nicht bekannten Coronavirus. Der Patient in London verstarb. Nur wenige Monate später, im September, erkrankte ein Mann in Katar, der sich zuvor ebenfalls in Saudi-Arabien aufgehalten hatte, an einer schweren Infektion. Auch er wurde nach London verlegt, auch bei ihm wurde das neu entdeckte Virus nachgewiesen.

Weitere Fälle folgten, die ihren Ursprung alle auf der Arabischen Halbinsel, also im Nahen Osten (im Englischen als »Middle East« bezeichnet) hatten. Im Mai 2013 erhielt das Virus daher den Namen: Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-Cov). Im Juli richtete die WHO erstmals ein Gremium zu MERS aus internationalen Wissenschaftlern ein. Bis Ende März 2014 waren bereits 206 Menschen an dem Virus erkrankt, 86 von ihnen verstarben.

Als im Mai 2015 ein Südkoreaner nach einer Reise von der Arabischen Halbinsel nach Hause kam und aufgrund von Beschwerden mehrere Krankenhäuser aufgesucht hatte, begann sich der Virus in Südkorea zu verbreiten. Der Mann musste sich auf seiner Reise vermutlich bei einem Kamel, das als Wirt der Krankheit angesehen wird, mit MERS infiziert haben. Bei der Vorstellung in den Krankenhäusern hatte er die Reise in die Arabischen Emirate jedoch zuerst unerwähnt gelassen. In Südkorea sind mittlerweile 166 Personen mit dem Virus infiziert, 24 von ihnen verstarben. Die Menschen in Südkorea infizierten sich alle in Krankenhäusern. Patienten steckten Verwandte, Bettnachbarn, Ärzte und Krankenschwestern an. Auch in Deutschland verstarb vergangene Woche ein Mann aus Nordrhein-Westfalen an den Folgen von MERS, auch er war zuvor in die Arabischen Emirate gereist.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Ausbruch in Südkorea als »Weckruf« bezeichnet und alle Staaten zu mehr Wachsamkeit aufgerufen.

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