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Wie im Garten Eden?

Kirchentag lädt in die Lausitz: Geht es um die Zukunft der Region, so scheiden sich die Geister an der Braunkohle

Braunkohle schafft Arbeit und führt zugleich zur Zerstörung ganzer Landstriche auch in der Lausitz. Die Kohleverstromung gilt als Brücketechnologie und als eine der größten Umweltsünden unserer Zeit.

Potsdam. Die Zukunft der Braunkohle als Energieträger und der Strukturwandel in der Lausitz sind die zentralen Themen des ersten Lausitz-Kirchentags am kommenden Samstag in Cottbus. Veranstalter sind die vier Kirchenkreise in der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Der Eröffnungsgottesdienst findet am Samstag in der Cottbusser Stadthalle statt. Bereits am Freitagabend startet ein Jugendprogramm.

»Beim Pro und Contra Braunkohle sind die Fronten in der Lausitz verhärtet, das Thema spaltet Kommunen, Kirchengemeinden und Familien«, sagte der Generalsuperintendent des Sprengels Lausitz der evangelischen Landeskirche, Martin Herche, als Organisator. Daher sollen auf dem Kirchentag der vier Lausitzer Kirchenkreise in Brandenburg und Sachsen unter dem Motto »... wie im Garten Eden« die wirtschaftlichen Perspektiven der Region einerseits mit und andererseits ohne Braunkohle diskutiert werden. Es gehe aber auch um den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur oder um solche Fragen wie die Zusammenarbeit mit den polnischen Nachbarn und die Integration der wachsenden Zahl von Asylbewerbern, sagte Herche.

Mit Blick auf die aktuelle Debatte über eine Klima-Abgabe für ältere Braunkohlkraftwerke sowie Pläne zum Verkauf einzelner Kraftwerke in der Lausitz sagte Herche, er hoffe auf eine Entscheidung, die auch die soziale Stabilität in der Region erhalte.

Der erstmals stattfindende Lausitz-Kirchentag soll ein Forum für eine offene Diskussion über die Zukunft der Region bieten, sagte Herche weiter.

Der Generalsuperintendent bekräftigte dabei die Position der evangelischen Landeskirche: »Unsere Kirche hat 2009 in einem Grundsatzbeschluss den 'Einstieg in den Ausstieg' aus der Braunkohleverstromung in der Lausitz gefordert.« Zudem habe sie eine aktive Auseinandersetzung mit dem anstehenden Problem des Strukturwandels empfohlen, sagte er.

An den insgesamt 50 Foren wollen 300 Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie von Umweltverbänden und Initiativen pro und contra Braunkohle teilnehmen. Geplant sind unter anderem mehrere Gesprächsrunden mit Experten, Politikern sowie Befürwortern und Gegnern eines Kohle-Ausstiegs. Die Veranstaltungen fänden an mehreren Orten in der Stadt Cottbus statt.

Die Organisatoren erwarten unter anderen Bischof Markus Dröge, den brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) sowie Landtagsabgeordnete aus Potsdam und Dresden. Auch die Präses der Landessynode, Sigrun Neuwerth, Konsistorialpräsident Jörg Antoine sowie Diakonie-Präsidentin Barbara Eschen und der designierte Propst Christian Stäblein haben ihr Kommen angekündigt.

Rund 50 Posaunenbläser und 150 Chorsänger werden für den angemessenen musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgen. »Der Kirchentags-Gottesdienst wird in fünf Sprachen gehalten, in Deutsch, Polnisch, Englisch, Wendisch und Gebärdensprache«, sagte Herche. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 2000 Besuchern. dpa/epd/nd

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