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Bahn-Schlichtung bringt mehr Geld und weniger Arbeit

Konzern und GDL haben nach fünf Wochen Schlichtung Tarifvertrag abgeschlossen / Einkommen steigt in Stufen / Arbeitszeit wird 2018 um eine Stunde reduziert / EVG begrüßt erfolgreiches Verfahren / Beamtenbund: Tarifeinheitsgesetz ist überflüssig

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Update 12.30 Uhr: Beamtenbund – Tarifeinheitsgesetz ist überflüssig
Auch der Deutsche Beamtenbund (dbb) begrüßt die erfolgreiche Schlichtung im Bahn-Tarifstreit und sieht sich durch die Einigung darin bestätigt, dass das von der Koalition beschlossene tarifeinheitsgesetz absolut überflüssig und unnötig sei. DBB-Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt erneuerte seine Kritik an der gesetzlichen Einschränkung der Koalitionsfreiheit: »Die Entscheidung des Bundestages, mit dem Tarifeinheitsgesetz in das Kerngeschäft der Sozialpartner einzugreifen, ist nicht nur verfassungswidrig. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass das Gesetz überflüssig wie ein Kropf ist, liegt der seit heute vor.« Die GDL ist Mitgliedsgewerkschaft im DBB.

Update 12.20 Uhr: EVG begrüßt erfolgreiche Schlichtung
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat die erfolgreiche Schlichtung zwischen ihrer Konkurrentin GDL und der Deutschen Bahn begrüßt. In den GDL-Verträgen seien die bereits zuvor von der EVG erreichten Tarifergebnisse komplett übernommen worden, erklärte Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba am Mittwoch in Frankfurt. Damit werde die drohende tarifliche Spaltung einzelner Beschäftigten-Gruppen verhindert. Die von der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) erreichte Reduzierung der Arbeitszeit um eine Stunde ab 2018 sehe sie gelassen. Bis dahin stünden noch zwei Tarifrunden an, in denen die EVG erfolgreich zum Thema Arbeitszeit verhandeln werde.

Update 11.28 Uhr: Das sieht die Einigung zwischen Bahn und GDL vor
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat im Bahn-Tarifkonflikt spürbare Einkommenserhöhungen und eine Verkürzung der Arbeitszeit erreicht. Die Entgelte steigen bereits zum 1. Juli um 3,5 Prozent und am 1. Mai nächsten Jahres um weitere 1,6 Prozent, wie Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (LINKE) als Schlichter in dem Konflikt am Mittwoch in Berlin bei der Verkündung des Ergebnisses sagte. Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 350 Euro.

Das entspricht dem Ergebnis, das die Bahn im Mai mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) erzielt hatte. Nach Angaben von Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber profitieren 160.000 Kollegen. 2018 sinkt nach den Worten von GDL-Chef Claus Weselsky die wöchentliche Arbeitszeit des Zugpersonals um eine Stunde auf 38 Stunden. Zudem gibt es Regelungen zur Altersteilzeit und zu Überstunden sowie Neueinstellungen.

Das zentrale Thema seien weniger Belastungen gewesen, sagte Ramelow. Unter anderem sei der Abbau von Überstunden als Aufgabe für beide Seiten vereinbart worden. 100 Zugbegleiter und 300 Lokführer würden nun zusätzlich eingestellt, kündigte Ramelow an. Es gebe für Arbeitnehmer künftig auch die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit zu senken.

»Es gibt seit gestern Abend einen Bundesrahmentarifvertrag Zug«, sagte der thüringische Regierungschef. Damit ist eine zentrale Forderung der GDL erfüllt. Nach Angaben der Schlichter wurden insgesamt 16 Verträge unterschrieben.

Bahn-Tarifkonflikt offenbar beendet

Berlin. Der Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer ist nach einem Jahr beendet. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus zuverlässiger Quelle.

Fünf Wochen hatten die beiden Schlichter, der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und der frühere Brandenburger Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) um eine Lösung im festgefahren Konflikt gerungen.

Die Bahn und die GDL hatten zuvor knapp ein Jahr nahezu ergebnislos verhandelt, neun Mal ließen die Lokführer die Züge stehen und brachten den Bahnverkehr in großen Teilen zum Erliegen - bis zu fünf Tage am Stück.

Das Kernproblem der Auseinandersetzung bestand im Ziel der GDL, für jede der bei ihr organisierten Berufsgruppen einen eigenen Tarifvertrag abzuschließen. Dabei sollten die Tarifabschlüsse nach Ansicht der GDL inhaltlich auch abweichen können von Verträgen mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

Die Bahn dagegen wollte widerspruchsfreie Regelungen für alle Mitarbeiter unabhängig von deren Gewerkschaftszugehörigkeit. Für gleiche Tätigkeiten sollte es gleiche Bezahlung und gleiche Arbeitszeiten geben

Zu den Gruppen, die von beiden Gewerkschaften umworben werden, gehören außer den Lokführern die Zugbegleiter, Bordgastronomen, Lokrangierführer und Disponenten/Planer. Insgesamt geht es um rund 37.000 Beschäftigte.

Ramelow hatte schon am Dienstagabend eine Einigung angedeutet. »Ich lege mir jetzt MMW auf&höre Freiheit, ganz besonders die Stelle: die Verträge sind gemacht!«, schrieb er auf Twitter mit Bezug auf den Beginn des Liedes »Freiheit« von Marius Müller-Westernhagen. dpa/nd

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