»Besondere Form des Krieges«

Tunesien verhängt eine Woche nach dem Terroranschlag den Ausnahmezustand

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Tunesien gilt als das einzige Land, in dem der arabische Frühling noch nicht völlig verpufft ist. Nun hat die Staatsführung als Reaktion auf den Anschlag vor einer Woche den Ausnahmezustand verhängt.

»Das Land ist in einer besonderen Form des Krieges.« Die Worte des tunesischen Präsidenten Beji Caid Essebsi in einer im Fernsehen übertragenen Rede zur Begründung des Ausnahmezustands werfen ein Schlaglicht auf das Land, in dem im Dezember 2010 der arabische Frühling seinen Ausgang nahm. »Wenn sich die Ereignisse von Sousse wiederholen, zerbricht der Staat.« In Sousse hatte ein Attentäter vergangene Woche 38 Menschen erschossen.

Vor allem durch das Chaos im Nachbarland Libyen sei Tunesien bedroht. Nach Erkenntnissen der Ermittler wurde auch der 23-jährige Attentäter in einem Terrorlager in Libyen ausgebildet. Essebsi erklärte, dass der 30-tägige Ausnahmezustand von Samstag an im ganzen Land gelte. Zudem wurden mehrere Verantwortliche entlassen, darunter der Gouverneur der Region von Sousse.

Der Ausnahmezustand gibt den Sicherheitskräften außerordentliche Vollmachten und erlaubt der Regierung, »alle nötigen Maßnahmen zur Kont...


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