Neurentnerzahl stieg um 175 400

Infos zur Rente

Im Jahr 2014 gingen rund 175 400 Menschen mehr in Altersrente als 2013. Eine Ursache ist, dass geburtenstärkere Jahrgänge das Rentenalter erreicht haben. Bei den Erstbezügen einer Rente wegen Todesfalls und wegen verminderter Erwerbstätigkeiten sind die Zahlen leicht rückläufig (minus 4,3 bzw. minus 3,3 Prozent).

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Hauptgrund der steigenden Zahl der Neurentner ist die Rente mit 63. Rund 136 000 Menschen haben diese neue Möglichkeit genutzt, nach 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in Rente zu gehen. 71 Prozent sind Männer. Die Rente mit 63 hat 2014 das durchschnittliche Renteneintrittsalter bei den Männern auf 64 Jahre sinken lassen. 2013 waren es im Durchschnitt noch 64,1 Jahre. Seit 2000 war das Durchschnittsalter der Männer bei Rentenbeginn von damals 62,2 Jahren jedes Jahr gestiegen.

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Das Durchschnittsalter zum Rentenbeginn ist bei den Frauen in etwa gleich hoch wie bei den Männern, liegt aber für 2014 durch die Einführung der Mütterrenten nun bei 65,8 Jahren. Das ist ein Einmaleffekt, weil viele westdeutsche Frauen über 65 durch die Anerkennung eines weiteren Kindererziehungsjahres für jedes vor 1992 geborene Kind 2014 die Wartezeit von fünf Jahren für einen erstmaligen Rentenanspruch erreicht hatten.

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Durch die höhere Mütterrente sind die Altersbezüge für Frauen um etwa ein Zehntel gestiegen. Die durchschnittliche Altersrente für Frauen ist von Ende 2013 auf Ende 2014 um rund zehn Prozent gestiegen. Die durchschnittliche Monatsrente von Frauen stieg danach von 572 Euro im Jahr 2013 auf 626 Euro im Jahr 2014. Die verbesserte Mütterrente war am 1. Juli 2014 in Kraft getreten. Danach bekommen Frauen für vor 1992 geborene Kinder einen zusätzlichen Renten-Entgeltpunkt gutgeschrieben. Das entspricht einem Plus von 28 Euro pro Monat im Westen und 25 Euro im Osten.

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Hinsichtlich der von der Bundesregierung erst für Ende 2019 in Aussicht gestellten Angleichung der Ostrente an das Niveau der Westrente verstieg sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) unlängst in die Äußerung: »Die Löhne im Osten sind niedriger, die Lebenshaltungskosten auch. In einer solchen Situation die Rentner abrupt auf 100 Prozent zu setzen, könnte verzerren.« dpa/nd

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