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Kontrolliertes Schrumpfen

Fabian Lambeck wünscht sich eine Politik, die den demografischen Wandel gestaltet, anstatt ihn als Begründung für Sozialkürzungen zu missbrauchen

Deutschlands Bevölkerung schrumpft. Grund sind die niedrigen Geburtenraten der vergangenen Jahrzehnte. Neoliberale Einpeitscher nutzen die demografischen Eckdaten seit Jahren zu Propagandazwecken, um ihre Forderungen nach Rentenkürzungen und längeren Lebensarbeitszeiten argumentativ zu unterlegen. Nun wird die Gesellschaft nicht nur älter, sondern auch immer produktiver. Der diesbezügliche Verweis auf die Geburtenrate ist also demagogisch. Zumal ein kontrolliertes Zurückfahren der Bevölkerungszahl aus ökologischer Sicht nur zu begrüßen ist. Außerdem bleiben viele Menschen auch im hohen Alter rüstig, weil Medikamente und technische Hilfsmittel immer besser werden.

Trotzdem wirft der demografische Wandel viele Fragen auf. Wer soll die Millionen pflegen, die trotz aller technischen und chemischen Innovationen nicht mehr allein klarkommen? In schrumpfenden Regionen muss zudem die gesamten Infrastruktur entsprechend umgebaut werden. Das sind keine unlösbaren Aufgaben, man muss sie nur angehen! Bund und Länder müssen endlich ernsthafte Programme auflegen und diese mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausstatten. Noch kann man den Wandel gestalten. Zögert die Politik zu lange, wird sie seine Folgen nur noch abmildern können.

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