Der Schatten von Pepe Mujica

Uruguays Präsident Tabaré Vázquez von der Breiten Front muss sich mit seinem Vorgänger arrangieren

  • Von Jürgen Vogt, Montevideo
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

José »Pepe« Mujica ist seit März nicht mehr in Uruguay Präsident. Sein Nachfolger und Vorgänger Tabaré Vázquez ist zwar in derselben Partei, aber vom entgegengesetzten Flügel. Sie suchen den Ausgleich.

Verschmitzt lächelt José »Pepe« Mujica vom Plakat an der Wand im Parteilokal der MPP in Montevideo. »Wegen Pepe kennt uns heute die ganze Welt. Wer wusste denn vorher, wo Uruguay ist?« Maria Gómez schaut nur kurz wehmütig zu ihm auf. Sofort strahlt die langjährige Aktivistin des Movimiento de Participación Popular (Bewegung für Beteiligung des Volkes) wieder Gelassenheit aus. Die MPP des ehemaligen Präsidenten José Mujica ist die stärkste Partei innerhalb des linken Bündnisses Frente Amplio (Breite Front), das zum dritten Mal in Folge den Präsidenten stellt.

Wie Maria geht es vielen Parteilinken in Uruguay, seit Tabaré Vázquez im März das Präsidentenamt übernommen hatte. Der 75-jährige Vázquez hatte als Präsident Uruguays schon einmal von 2005 bis 2010 regiert. Autoritärer Führungsstil war eines der Attribute, die ihm am Ende seiner ersten Amtszeit angehängt wurden.

Diesmal sind die Karten jedoch anders gemischt. »Bis zum 1. ...

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