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Lundo de Mosekund

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 2 Min.

Sinjoro Mosekund decidis sin viziti la urban kermesan amuzejon kaj fine akiris enirbileton por la trako de fantomaperejo, por travivi, kiel promesis afiŝo, la plej frenezajn fantomojn el ĉiuj tempoj. Komence li amuzis sin tre plezure. Ĉe la ekveturo rigardis lin la okuloj de la filozofo Kant kun ardantaj okuloj, post anguleto minacis lin Nietzsche kun dikega libraĉo, filozofo Feuerbach svingadis torĉon antaŭ li. Voltero kriis francajn sakrojn. Sinjoro Mosekund ridis elkore. Nur ĉe la fino li ne plu amuziĝis, kiam taŭzita oldulo kun sovaĝa barbo kaj vilaa longa hararo saltis al li kaj kriegis: »Fantomo vagadas en Europo!« »Ho, ne!«, pensis sinjoro Mosekund, kaj ĝojis, kiam li atingis la elirejon. »Eĉ ĉi tie oni ne estas sekura kontraŭ la krizo!«

Diese Episode der Rubrik »Mosekunds Montag« lesen Sie auf Esperanto – Freunde der Kunstsprache haben sie übersetzt und auf der Esperanto-Website cezartradukoj.blogspot.de veröffentlicht. In dieser Woche findet in Wiesbaden der Weltkongress der Esperanto-Jugend statt.

Mosekund hatte sich zu einem Besuch auf dem städtischen Rummelplatz entschlossen und schließlich eine Eintrittskarte für die Geisterbahn erworben, um, wie die Reklame versprach, die verrücktesten Geister aller Zeiten zu erleben. Zunächst amüsierte er sich prächtig: Zu Beginn der Fahrt durch die Dunkelheit starrte ihn Kant aus glühenden Augen an, hinter der nächsten Tür drohte ihm Nietzsche mit einem dicken Wälzer. Feuerbach fuchtelte mit einer Fackel herum, Voltaire schrie ihm französische Flüche hinterher. Herr Mosekund lachte herzhaft. Nur zum Schluss verging ihm der Spaß, als ein Zausel mit wildem Bart und lockiger Mähne auf ihn zusprang und brüllte: »Ein Gespenst geht um in Europa!« Oh nein, dachte Herr Mosekund und war froh, dass er den Ausgang erreicht hatte, nicht einmal hier ist man vor der Krise sicher!

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