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Die Aktien stehen schlecht

Bernd Kammer über die neuen Turbulenzen am BER

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Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. »Sommerliche Leichtigkeit liegt über Berlin und Brandenburg«, sinnierte BER-Chef Mühlenfeld in seinem monatlichen »Politikbrief« am Donnerstag. Die Leichtigkeit wird ihm vergangen sein, als ihn am Abend die Hiobsbotschaft von der Insolvenz des Gebäudetechnikausrüsters Imtech ereilte. Damit droht das lange Festhalten an der skandalträchtigen Firma die Flughafenbaustelle in neue Turbulenzen zu stürzen, an deren Ende der nächste Absturz des Eröffnungstermins stehen könnte.

Die finanziellen Probleme und korruptionsanfälligen Strukturen bei Imtech sind seit längerem bekannt, trotzdem wollten sich die damaligen BER-Chefs Mehdorn und Amman nicht von ihr trennen. Der Schaden wäre enorm gewesen, rechtfertigte sich Mehdorn im Nachhinein. Stattdessen wurden die finanziellen Nachforderungen der Firma von 65 Millionen Euro mit Hilfe eines korrupten BER-Mitarbeiters ungeprüft genehmigt. Durch das Chaos auf der Baustelle hatte sich der Flughafen erpressbar gemacht: Entweder ihr zahlt, oder wir ziehen unsere Bauleute ab.

Genau das tritt jetzt ein, und die Folgen dürften dramatisch sein. Die Reaktionen aus Schönefeld klingen bekannt. Der Flughafen setzt eine Taskforce ein, um die Auswirkungen zu prüfen. Eine Taskforce gab es schon mal, nämlich zum Brandschutz. Das Ergebnis kennen wir. Mühlenfeld muss bereits einräumen, dass die Insolvenz Auswirkungen auf die »Meilenstein-Planung« haben wird. Um die steht es ohnehin nicht zum Besten. Die Hälfte der Sanierungsarbeiten im Terminal ist immer noch nicht geschafft. Und dann droht dem Flughafen auch noch der Geldhahn abgedreht zu werden, wenn die Beschwerde der Fluglärmgegner in Brüssel Erfolg haben sollte. Das ist nicht ausgeschlossen, denn die Ausstattung des BER mit staatlichen Beihilfen dürften die Wettbewerbshüter dort mit Missfallen sehen.

Die Aktien von Imtech sind deutlich eingebrochen, um die des BER steht es kaum besser.

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