Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Plathe erklärt die Stadt

Promiführungen in Berlin

  • Von Tatjana Schäfer
  • Lesedauer: 3 Min.

Walter Plathe steht umgeben von einer Gruppe Menschen in einem Hof an der Ackerstraße in Berlin-Mitte. »Die beiden Fenster, die ihr da im Parterre seht, da hab ich als Kind gewohnt. 25 Quadratmeter, Klo eine Treppe höher oder im Hof«, erzählt der Schauspieler seinen Zuhörern. Anschaulich schildert er seine Kindheit, die er in einfachen Verhältnissen im Scheunenviertel verlebte.

Plathe, der als ZDF-»Landarzt« bekannt wurde, gab am vergangenen Samstag bei hochsommerlichen Temperaturen seine erste Stadtführung. Den Besuchern zeigte er sein ganz persönliches Berlin und führte unter anderem in das »Milljöh« des Malers und Fotografen Heinrich Zille, den der 64-Jährige sehr verehrt und den er in der Vergangenheit bereits auf der Bühne verkörperte. »Zille hat uns ein wichtiges Stück Kultur seiner Zeit hinterlassen.«

Plathes Tour ist Teil eines neuen Angebots für Touristen und Einheimische. Ins Leben gerufen hat die Stadtführungen mit Prominenten die Schauspielerin Heike Kloss. Interessierte können bei ihrem Unternehmen »Trip U To Berlin« Touren mit bekannten Guides buchen. Mit dabei sind neben Plathe unter anderem der Schauspieler Ilja Richter oder auch der Künstler René Wirths.

Auf die Idee kam die Wahlberlinerin Kloss, die seit 16 Jahren in der Stadt lebt, nach ihrer Hochzeit 2007. »Damals habe ich für meine Gäste eine Stadtrundfahrt veranstaltet«, erzählt die 47-Jährige. Das habe ihr so großes Vergnügen bereitet, dass sie beschlossen habe, professionell Führungen anzubieten. Sie habe dann befreundete Kollegen gefragt, ob sie mitmachen wollten.

Kloss‘ Motivation ist nach Erfahrung von Christian Tänzler, Sprecher des Tourismuswerbers »Visit Berlin«, nicht ungewöhnlich. »Es gibt oft Engagement von Wahlberlinern, die hier ihr Zuhause gefunden haben und nun den Besuchern ihre Perspektive auf die Stadt zeigen möchten«, sagt er. »In Berlin gibt es ein so breites Angebot an geführten Touren wie in kaum einer anderen Stadt«, erläutert Tänzler. Zur Wahl stehen beispielsweise Sightjogging-Touren für Sportliche, die Berlin im Laufschritt erkunden oder sogar eine Tour, bei der die Gäste in einem Bett auf Rädern durch die Stadt gefahren werden.

Die Gruppe um Walter Plathe bewegt sich konventionell zu Fuß und per Bus vorwärts. Dem Reiz der Führung tut das keinen Abbruch. Der prominente Guide kommt gut an. Zu fast jedem Ort entlang der Route weiß er eine Anekdote zu erzählen oder er rezitiert aus dem Stegreif Liedtexte von Otto Reutter oder Claire Waldoff.

Die Teilnehmer an diesem Tag kommen überwiegend aus Berlin und Umgebung, viele sind Fans des Schauspielers. »Diese Gelegenheit wollte ich mir nicht entgehen lassen«, sagt beispielsweise Beate, die selbst Stadtführerin in Bernau ist. Die Tour habe sie sich selbst zum Geburtstag geschenkt.

Auch Plathe macht die Führung sichtlich Freude. »Als Heike mich gefragt hat, ob ich mitmachen will, habe ich mir gesagt: Als einer von 22 Prozent Urberlinern muss ich das machen«, scherzt er. Den Abschluss bildet ein Besuch im Zille-Museum, zu dessen Mitbegründern Plathe 1999 gehörte und dem er auch sein Honorar für die Führung spenden will. dpa

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln