Die Saftpressen stehen bereit

In Brandenburg steht die Apfelernte bevor - Mostereien landauf, landab erwarten die ersten Lieferungen

Naturtrüb oder klar - das ist Geschmackssache. Der beste Obstsaft kommt auf jeden Fall von eigenen Früchten. Mostereien kreieren zudem gern neue Trends.

Mit dem Beginn der Apfelernte in wenigen Wochen ist es bei den Obst verarbeitenden Betrieben mit der Ruhe vorbei. Etwa ein gutes Dutzend Mostereien stehen bereit, wie der Naturschutzbund Brandenburg mitteilte. Wahrscheinlich gibt es sogar noch mehr Betriebe im Land, die den gefragten Süßmost herstellen - für einige ist es nur ein Saisongeschäft. Landwirte und Obstbaumbesitzer sollten im Vorfeld Termine vereinbaren. Schnell sind die Betriebe ausgebucht. Etwa 500 Kilogramm Obst ergeben etwa 30 Flaschen Saft.

Die Aussichten bei der Apfelernte sind für diese Saison gut, aber nicht rekordverdächtig. »Wir nehmen alles, was angeboten wird«, sagte Daisy Gräfin von Arnim, Chefin der Mosterei »Apfelgräfin« aus dem Boitzenburger Land (Uckermark).

Landesweit wird eine Erntemenge von etwa 22 500 Tonnen erwartet; 2014 wurde ein Spitzenwert 28 900 Tonnen erreicht. Äpfel stehen beim Baumobst mit 90 Prozent an der Spitze. Gefolgt von Pflaumen, Süßkirschen, Sauerkirschen, Birnen und Mirabellen 2014 wurden auch 1544 Tonnen Strauchobst wie Johannisbeeren, Himbeeren, Kulturheidelbeeren und Brombeeren geerntet.

Größter Saftproduzent im Land ist die Bauer Fruchtsaft GmbH in Bad Liebenwerda (Elbe-Elster): 1000 Tonnen Obst werden pro Jahr zu zwölf Millionen Flaschen Saft verarbeitet. Die Mosterei verarbeitet nicht nur Äpfel von Anbaubetrieben. »Obst wird auch von vielen Privatleuten angenommen«, sagt Marketing-Chefin Heike Monien. »Manche haben nur zwei oder drei Obstbäume im Garten, andere eine Streuobstwiese.« Eine Rentnerin etwa bringe immer ihre Äpfel mit dem Fahrrad vorbei. Das Unternehmen öffnet in der Saison in der Region 15 Annahmestellen und kauft Obst an.

Gerd Spiller, Chef der Neuruppiner Mosterei, nutzt die Ruhe vor der Ernte, um seine Maschinen auf Vordermann zu bringen. Bald kämen wieder Privatleute mit den geernteten Äpfeln - manche mit ein paar Eimern, andere mit einem vollen Autoanhänger. Nach zwei bis drei Tagen können sie den Saft - gegen einen Obolus abgefüllt in Flaschen - abholen.

Besonders experimentierfreudig ist der Linumer Landhof in Nordbrandenburg: »Wir mischen Äpfel mit Birnen, Sellerie oder Rote Bete«, sagt Mitarbeiterin Regine Scholz-Berg. Steckenpferd des Betriebes seien aber sortenreine Apfelsäfte. Verarbeitet werden beispielsweise die Sorten Cox Orange, Boskop oder Elstar von eigenen Bäumen.

Patricia Christmann, Chefin der Mosterei Brüssow (Uckermark), berichtet schon von guten Terminabsprachen. Kunden können ihr bei der Arbeit über die Schulter schauen. »Für viele Stammkunden ist das ein Erlebnis, sie helfen sogar mit«, sagt sie. Gemeinsam werden die Früchte gewaschen und sortiert. dpa

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