Was ist das, ein Mensch?

Zum 80. Geburtstag des musikalischen Dichters Karl Mickel

  • Von Stefan Amzoll
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Mickel liebte die Oper, und er verstand es, musikalische Formen fruchtbar zu machen für seine poetische Produktion. Aber der Dichter schuf auch etliche Texte eigens für die Musikbühne – alle in höchstem Maße politisch.

Es lohnt sich, den Dichter Karl Mickel (1935 - 2000) einmal durch die musikalische Brille anzuschauen. Denn - dies sei geschrieben, als geistere er unter uns - Mickel ist mindestens zwiefach beschlagen, nämlich als Dichter und Musikkenner. Kantaten-Strukturen von Johann Sebastian Bach sind ihm früh vertraut. Beiderlei, das Musikhören und die Obduktion der musikalischen Form, versteht er seiner poetischen Produktion fruchtbar zu machen.

Der Junge rennt in Dresden in die Oper und ist begeistert. Spielpläne und Besetzungszettel des Opernhauses kennt er wie seine Westentasche. Karl Paul, Christel Goltz und viele andere sind seine heimlichen Gefährten. Markante Arien, Ariosi, Chöre prägen sich ihm ein. Was ist die übrige Musik, das übrige Theater gegen diese ehrwürdige Dame der Musikgeschichte? Später schreibt er »Elf Sätze über die Oper«, gipfelnd in der These: »Die gegenwärtige Welt ist darstellbar: auf der Opernbühne.« Die Künstlich...


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