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Kurze Vollzeit - aber für alle

Ver.di hat ein neues Arbeitszeitkonzept, das die Gewerkschaft beim Kongress im September diskutieren will

  • Von Jörn Boewe und Johannes Schulten
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Befürworter der Arbeitszeitverkürzung bei ver.di sehen in ihr ein Instrument gegen Arbeitslosigkeit. Skeptiker halten sie für nicht mobilisierungsfähig. Ein neues Konzept versucht, beide Lager zu vereinen.

Wenn die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Ende September in Leipzig ihren Bundeskongress abhält, wird auch das Thema Arbeitszeitverkürzung eine Rolle spielen. Erstmals seit Langem liegt in diesem Jahr ein ausgearbeitetes Konzept vor, wie das Thema zukünftig angegangen werden kann.

Der Vorstoß dürfte viele überraschen. Denn von der »traditionellen« Forderung nach einer 30-Stunden-Woche, wie sie von vielen ver.di-Linken, aber auch von Wissenschaftlern wie Heinz-Josef Bontrup und Mohssen Massarrat gefordert wird, ist der Vorschlag weit entfernt. Statt einer Verkürzung der Arbeitswoche, schlagen die Autoren eine Reduzierung der Jahresarbeitszeit vor - und zwar für Vollzeit- wie Teilzeitarbeitende gleichermaßen.

Alle Beschäftigten sollen einen tarifvertraglichen Anspruch auf zwei Wochen freier »Verfügungszeit« mit Lohnfortzahlung bekommen, die jeder und jede nach Belieben souverän nutzen kann. Der Leiter der tarifpoli...


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