Werbung

Anzahl der Flüchtlinge auf Rekordhoch

Bis zu 750 000 Menschen könnten nach Deutschland kommen / Fast jede zweite rassistische Tat im Osten

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Flüchtlingszahlen werden dieses Jahr höher ausfallen als erwartet. Am Mittwoch stellt der Bundesinnenminister die neue Prognose vor. Klar ist bereits jetzt: Es gibt ein Allzeithoch.

Berlin. Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland wird in diesem Jahr so hoch sein wie nie zuvor. Der Bund hebt seine Flüchtlingsprognose voraussichtlich deutlich an, wie das »Handelsblatt« am Dienstag meldete. Demnach könnten dieses Jahr 650 000, womöglich sogar 750 000 Schutzsuchende zu uns kommen. Bislang hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit rund 450 000 Asylanträgen gerechnet.

Die Bundesbehörden hatten 1992 mit etwa 440 000 Asylanträgen den bisherigen Rekordstand gezählt. Für die verhältnismäßig hohe Anzahl an Flüchtlingen waren hauptsächlich die Kriege auf dem Balkan verantwortlich. Die Zahlen gingen dann - wegen des geschleiften Grundrechts auf Asyl - bis auf Werte von etwa 30 000 Anträgen in den Jahren 2006 bis 2009 zurück. Seitdem stiegen die Flüchtlingszahlen angesichts vieler internationaler Krisen und Kriegen wieder an. 2013 gab es in Deutschland rund 127 000 Asylanträge, 2014 dann gut 200 000 und 2015 nun womöglich mehr als drei Mal so viel. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will die neue Prognose am Mittwoch vorstellen.

Angesichts der großen Zahl an Geflüchteten hat die Bundesregierung mehrfach eine gleichmäßigere Verteilung der Flüchtlinge in Europa gefordert. Jetzt bekommt sie Unterstützung vom Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, António Guterres. »Wir müssen die Verantwortung auf mehr Schultern in Europa verteilen. Es ist langfristig nicht tragbar, dass nur zwei EU-Länder - Deutschland und Schweden - mit leistungsfähigen Asylstrukturen die Mehrheit der Flüchtlinge aufnehmen«, erklärte der frühere portugiesische Ministerpräsident in der »Welt«.

Immer mehr Flüchtlinge erreichen derweil das krisengeschüttelte Griechenland - seit Jahresbeginn waren es rund 160 000 Migranten, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit. Allein im Juli seien es rund 50 000 Menschen gewesen - etwa 7000 mehr als im vergangenen Jahr.

Unterdessen wurden neue Zahlen zu rassistischen Gewalttaten in Deutschland bekannt. So wurden im vergangenen Jahr 61 von bundesweit 130 rassistischen Gewalttaten in den neuen Ländern inklusive Berlin verübt. Das geht aus aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Irene Mihalic hervor. Die 61 erfassten Taten entsprechen einem Anstieg von 40 Prozent in den neuen Ländern und Berlin im Vergleich zu 2013.

Die bundesweite Zahl der rechten Gewalttaten - also solcher, die sich nicht nur gegen Zuwanderer richteten - bezifferte das Ministerium auf 1029. Mit 370 wurden die meisten dieser Taten im einwohnerstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen verübt. In der Statistik folgte Berlin mit 111, Sachsen mit 86 und Brandenburg mit 73. Die Aufklärungsquote der Übergriffe lag dem Ministerium zufolge 2014 bei 64 Prozent - und damit 14 Prozentpunkte niedriger als ein Jahr zuvor. Agenturen/nd

Seiten 5, 9 und 11

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!