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Nach dem Debakel steigen die Ansprüche

Die deutschen Kanuten peilen ein Jahr nach der schwachen WM 2014 viele Olympiaplätze und sechs Medaillen an

  • Von Oliver Mucha, Mailand
  • Lesedauer: 3 Min.
Die deutsche Flotte will bei der Kanu-WM in Mailand ihre Vormachtstellung zurückerobern. Auf der Regattastrecke Idroscalo geht es um Medaillen und Quotenplätze für die Olympischen Spiele in Rio.

Ein Jahr nach dem WM-Debakel in Moskau geht die deutsche Kanuflotte mit viel Rückenwind in die am Donnerstag beginnenden Titelkämpfe auf der Regattastrecke Idroscalo. Die Ziele in den zwölf olympischen Klassen sind ein Jahr vor den Sommerspielen in Rio anspruchsvoll: Zwei Titel sollen her, dazu sechs Medaillen und 18 Olympiaquotenplätze. »Das unglückliche Abschneiden im letzten Jahr haben wir abgehakt. Unsere personellen Umstrukturierungen haben gegriffen. Die Maßstäbe im Training und auch die Umfänge, die wir fordern, setzt das Team reibungslos um. Daher sind wir mit großen Hoffnungen nach Mailand gereist«, sagte der deutsche Sportdirektor Jens Kahl.

Die magere Medaillenausbeute der WM 2014 mit je einmal Gold, Silber und Bronze in den olympischen Klassen will der Deutsche Kanu-Verband (DKV) nun verdoppeln. »Aus dem letzten Jahr haben wir gelernt und sind wieder auf einem guten Weg«, sagte Präsident Thomas Konietzko. Als größte Goldhoffnungen gelten Canadier-Olympiasieger Sebastian Brendel (Potsdam), Kajak-Europameister Max Hoff (Essen) sowie Max Rendschmidt und Marcus Groß (Essen/Berlin) im Kajak-Zweier. Die Olympiasiegerinnen Franziska Weber und Tina Dietze (Potsdam/Leipzig) wollen im Kajak-Zweier ebenfalls um den Titel mitkämpfen. »Wir peilen sechs Medaillen in den olympischen Disziplinen an. Davon sollen es zwei goldene sein. Bei dieser Planung darf es allerdings keine bösen Überraschungen geben«, sagte Cheftrainer Reiner Kießler.

Titelverteidiger Brendel geht mit der hohen Erwartungshaltung gelassen um. »Bei einer Weltmeisterschaft ist der Druck immer sehr hoch, aber ich habe in den letzten Jahren gelernt damit umzugehen. Ich fahre jetzt seit sieben Jahren ununterbrochen in der Weltspitze mit und habe schon viel Erfahrung gesammelt, die mir Sicherheit und eine gewisse Coolness gibt«, sagte der 27-Jährige.

Ungetrübt ist die WM-Vorfreude bei dem in dieser Saison über seine 1000-m-Paradestrecke noch ungeschlagenen Modellathleten nicht. Brendel beklagt mangelnde Medienpräsenz: »Es ist schon schade und eine ernüchternde Erkenntnis, dass der Kanusport in der Öffentlichkeit oft untergeht. Es wäre wünschenswert, wenn unser Sport und die Leistung, die wir Jahr für Jahr erbringen, mehr wahrgenommen werden würden.«

Fehlende öffentliche Wahrnehmung außerhalb von Olympischen Spielen bemängeln die Kanuten schon seit Jahren. »Auch sportartenübergreifend ist zu erkennen, dass neben dem Fußball die Luft immer dünner wird«, sagte Brendel und sieht darin einen Grund, warum der deutsche Abwärtstrend im Medaillenspiegel bei Olympischen Spielen »weiter anhalten wird«.

Ihren eigenen Abwärtstrend wollen die Kanuten ein Jahr nach dem schlechtesten WM-Ergebnis seit der Wiedervereinigung stoppen. Der erfolgsverwöhnte Verband hat nach eingehender Analyse mit Umbesetzungen im Trainerteam und veränderten Abläufen im Training reagiert. Dies scheint zu fruchten - bei der EM, im Weltcup und bei den Europaspielen paddelten die deutschen Kanuten in dieser Saison wieder äußerst erfolgreich. »Es herrscht wieder ein viel größerer Zusammenhalt in der Mannschaft. Die Stimmung im Team ist gut. Und so, wie ich das im Blick habe, sind alle sehr motiviert für die Rennen bei dieser WM«, sagte Max Hoff. SID/nd

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