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Zaubersprüche und Rabenknast

Der 1000 Jahre alte Dom St. Johannes und St. Laurentius in Merseburg (Sachsen-Anhalt) gilt als eine der bedeutendsten Kathedralbauten Deutschlands. Er beherbergt Schätze wie die Merseburger Zaubersprüche aus dem 10. Jahrhundert. Die Blätter gelten als die einzig bekannten althochdeutschen Sprachzeugnisse, in denen die germanische Götterwelt beschrieben wird. Ihnen wurde eine magische Wirkung zugeschrieben.

Das Dom- und Schlossensemble ist auch wegen der Sage um den Raben in die Geschichte eingegangen. Bischof Thilo von Trotha (1443-1514) soll im Zorn einen langjährigen Diener des Diebstahls eines Siegelringes bezichtigt haben. Obwohl der Mann heftig seine Unschuld beteuerte, wurde er hingerichtet. Einige Jahre später wurde der Überlieferung nach bei Reparaturarbeiten an einem Turm des Ensembles der Ring im Nest eines Raben gefunden. Darauf soll der Bischof befohlen haben, im Schlosshof einen Vogelkäfig zu errichten und einen Raben auf ewig in Gefangenschaft zu halten - als Mahnung, kein Urteil im Jähzorn zu fällen. Bis heute gibt es Raben in einer Voliere auf dem Schlosshof. dpa/nd

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