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Der Abrüster

Egon Bahr ist tot: Abschied von einem großen Sozialdemokraten

  • Von Tom Strohschneider
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Es ging ihm wie vielen Politikern nach dem Ende ihrer aktiven Karriere: Er sah die Welt noch ein bisschen schärfer, war noch klarer in der Überzeugung, dass es so nicht weitergehen könne. Ohne die Fesseln von Ämtern, ohne die einengenden Sprechdisziplinen des Geschäfts formulierte Egon Bahr manches noch ein bisschen deutlicher.

Dabei hatte der Sozialdemokrat ohnehin nie zu denen gehört, die sich zurückhalten. Am Beginn seines politischen Lebens war er - auch in Selbstauskunft - ein Kalter Krieger. Doch dann wurde er der Erfinder der Entspannungspolitik. Er erinnere sich, sagte Bahr vor nicht einmal einem Jahr im Gespräch mit dieser Zeitung, »dass Brandt über sich selbst sagte: ›Je älter ich werde, um so linker werde ich.‹ Wenn ich sehe, wohin dieser Kapitalismus treibt, habe ich das Gefühl, dass es bei mir ähnlich ist.«

Brandt, das war der andere Bahr, der eine ohne den anderen nicht zu denken. Bahr war seit 1956 Mitglied in ...


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