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Vor aller Augen

Jürgen Amendt über begründete und unbegründete Ängste von Eltern beim Thema Cybermobbing

Mobbing in der Schule gibt es, seitdem es Schulen gib, und seitdem es das Internet gibt, gibt es das Cybermobbing. Was vorher vor den Augen der Lehrer geschah, passiert jetzt in Chatforen und in den sozialen Netzwerken des Internet.

Haben aber die Fälle von Mobbing in der Schule wirklich zugenommen? Die Frage ist schwer zu beantworten, da früher viele Gemeinheiten, die in der Schule von den Stärkeren den Schwächeren angetan wurden, gar nicht bekannt wurden. Viele Erwachsene - Eltern wie Lehrer - sind heute oft überrascht über die Härte, die verbale Brutalität, mit der über Dienste wie WhatsApp die Kinder und Jugendlichen andere ausschließen, attackieren, beleidigen. Wir Erwachsene vergessen aber leicht, wie wir früher waren. Auch früher taten Schülern anderen Schülern psychische Gewalt an. Der Unterschied: Die Lehrer konnten nur die offenen Konflikte registrieren, die die im Unterricht oder auf dem Schulhof unter aller Augen geschahen.

Durch die Verbreitung der neuen Medien, des Internets und der sozialen Netzwerke im Netz geschieht das Mobbing heute vielfach öffentlich. Das Netz vergisst nur nicht, was man einmal getan hat, es macht vieles für alle transparent.

Erwachsene sind daher oft viel eher besorgt. Nur 44 Prozent der Eltern fühlen sich laut einer Studie aus dem Jahr 2013 über Cybermobbing gut informiert. Diese Verunsicherung führt manchmal zu Überreaktionen, die wiederum die Statistik beeinflussen, weil sie dort als Fälle von Cybergewalt auftauchen. Nicht jede Cliquenbildung ihrer Kinder, die Eltern über Facebook oder dem Kurnachrichtendienst WhatsApp mitbekommen, ist bereits Mobbing. Das Gefühl, bei einer Gruppe nicht dazuzugehören und die Beschäftigung damit gehört zum Prozess des Erwachsenwerdens, betonen Pädagogen. Zu Recht!

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