Die Ein-Mann-Partei

Zum 75. Jahrestag der Ermordung von Leo Trotzki. Von Wladislaw Hedeler

  • Von Wladislaw Hedeler
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Auch ein Dreivierteljahrhundert nach dem gewaltsamen Tod Leo Trotzkis am 21. August 1940 reißt die Debatte über Leben und Werk des neben Lenin wohl bekanntesten Akteurs der Russischen Revolutionen 1905 und 1917 nicht ab. Sein Name ist mit allen Höhen und Tiefen der Umwälzungen in Russland und im ersten Jahrzehnt der Sowjetmacht verbunden. Sowohl 1905 als auch 1917 war er Vorsitzender des Petrograder Sowjets. Es ist Stalin nicht gelungen, die Geschichte der bolschewistischen Partei auf Dauer umzuschreiben und die Erinnerung an seinen wirkungsmächtigsten Widersacher auszulöschen.

Die Verleumdungskampagne gegen die »Ein-Mann-Partei« setzte schon vor Lenins Tod ein. Sein Nachfolger gab auf der Plenartagung des Zentralkomitees der KPR(B) im Oktober 1923 das Zeichen zum Angriff. Dabei konnte er sich auf seine Gefolgsleute im Parteiapparat, insbesondere in der Zentralen Kontrollkommission verlassen. Trotzki, der für die Arbeit in politischen K...


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