Demütig? Nie und nimmer!

Der Fall Hoeneß im TV

  • Von Jan Freitag
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Wenn es in ihm arbeitet, arbeitet es gewaltig. Wenn es in ihm kocht, kocht er fast über. Wenn es ihn ihm brodelt, wird sein Kopf zum Hochofen: Schmallippig, rotgesichtig, prallvoll mit Plänen vom nächsten Angriff noch im Moment des Rückzugs. Uli Hoeneß, das weiß Annette Ramelsberger besser als andere, ist ein Vulkan vorm Ausbruch, mal charmant, meist aufbrausend, aber demütig? Nein, sagt die Gerichtsreporterin der »Süddeutschen Zeitung« im ZDF-Film »Der Patriarch«, Demut sei »wider seine Natur«. Weshalb sie dem gefallenen Engel hiesiger Fußballherrlichkeit unterstellt, die Beichte vor Richter Rupert Heindl sei bloß gespielt gewesen.

Das passt ja.

Vorm Strafrichter am Landgericht München mimt Thomas Thieme die Demut seiner Titelfigur mit einer Art innerem Aufruhr, der offenbar nur vorgeschoben ist und dem Original somit fast gespenstisch nahe kommt. Das hat jedoch mehr Gründe als das Spiel Thiemes, der seinen wuchtigen Leib sc...


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