Die Erfindung des Krieges

In der Nähe von Frankfurt am Main wurden die Überreste eines jungsteinzeitlichen Massakers entdeckt. Von Martin Koch

  • Von Martin Koch
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Für den Aufklärer Jean-Jacques Rousseau stand am Anfang aller ökonomischen und zivilisatorischen Übel die Umzäunung des Besitzes. Im zweiten Teil seines 1755 veröffentlichten Diskurses über die Ungleichheit der Menschen findet sich der berühmte Satz: »Der Erste, der ein Stück Land mit einem Zaun umgab und auf den Gedanken kam zu sagen: ›Dies gehört mir‹, und der Leute fand, die einfältig genug waren, ihm zu glauben, war der eigentliche Begründer der bürgerlichen Gesellschaft.« Viele Kriege und Morde wären dem Menschengeschlecht erspart geblieben, fuhr Rousseau fort, wenn jemand die Pfähle ausgerissen und seinen Mitmenschen zugerufen hätte: »Vergesst nicht, dass die Früchte allen, aber die Erde niemandem gehört!«

Der Zaun als Metapher für die Entstehung und den Schutz des Eigentums mag für die neuere Geschichte durchaus treffend gewählt sein. Zur Beschreibung des Lebens unserer steinzeitlichen Vorfahren taugt diese Bild jedoch kaum...


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