Verschämte Parshipper

Regina Stötzel über Internetbekanntschaften und Liebe im Kapitalismus

»Ich parshippe jetzt«, verkünden makellose Frauen und Männer von Werbeplakaten. Ringt hier ein Unternehmen um die verbale Vormachtstellung auf seinem Geschäftsgebiet, vergleichbar mit »Brille: Fielmann«? Oder werden Menschen tatsächlich in absehbarer Zeit mit der gleichen Selbstverständlichkeit »parshippen« wie »googeln« oder »twittern«? Und wenn ja, wie oft?

Was auf dem Markt der Online-Partnerschaftsvermittlung passiert, ist längst schon nicht mehr vergleichbar mit dem verschämten Einreichen von Chiffre-Kontaktanzeigen bei der Lokalzeitung. Das Geschäft boomt: Parship meldete für 2014 einen Rekordumsatz von 60 Millionen Euro, was einem Plus von 30 Prozent entspricht. Wie die vormals größte Konkurrenz ElitePartner gehört das Unternehmen seit dem Frühjahr einem britischen Investor.

Hat man sich bei einer Online-Vermittlung registriert, ...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.