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Polen - NATO-Speerspitze der USA

Deutsche Mäßigung beim Pakt-Aufmarsch jenseits der Oder hat nur wenig Erfolg

Polens Präsident Andrzej Duda besuchte am Freitag Berlin. Er kam als Hardliner und fordert mehr deutsches Engagement im Ukraine-Konflikt.

Als Polens Präsident Andrzej Sebastian Duda am 6. August sein Amt übernahm, lautete eine seiner Kernaussagen: »Wir brauchen mehr Garantien von den anderen NATO-Staaten. Nicht nur wir Polen, sondern das gesamte östliche Mitteleuropa ... Das Militärbündnis muss hier präsenter werden.«

Duda setzte damit keine neuen Akzente, wohl aber sprach er sie deutlicher aus. Schon zuvor hatten Regierungsvertreter, allen voran Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak, versucht, vor allem Deutschland stärker in Aufrüstungsbestrebungen einzubinden.

Warschau geht es um eine Führungsrolle in der NATO und dauerhafte Stationierung von Verbänden der Bündnispartner in Polen. Die indes zögern wegen der Russland zum Ende des Kalten Krieges gegebenen Versicherung, das zu unterlassen.

Deutschland versucht einen Weg zwischen militärischer Bündnistreue und politischer Mäßigung. Was Polen ebenso wenig gefällt wie den USA. So unter Druck treibt die Bundeswehr den Stabsaufbau des Multinationalen Korps Nordost in Szczecin voran. Man schickte Panzergrenadiere aus Marienberg, die die vorläufige NATO-Speerspitze bilden, zum Üben nach Polen. Eine vergleichbare Truppe in Parchim wird polnischem Kommando unterstellt, ein polnisches Panzerbataillon, ausgerüstet mit deutschen »Leoparden«, wird von Bundeswehroffizieren kommandiert. Gerade integrierte man polnische Fallschirmjäger in die Division »Schnelle Kräfte«, um mit ihnen an einer gigantischen US-geführten Luftlandeübung in Europa teilzunehmen. Auch bei der Ausbildung von polnischen Offizieren leistet Deutschland Hilfe.

Jenseits aller derartigen Absprachen und Aktivitäten in der NATO treiben die USA ihren militärischen Aufmarsch in Polen voran, stationieren modernste Kampfjets und parken dauerhaft einsatzbereite Abrams-Panzer in polnischen Depots.

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