Moldau zwischen Europa und Russland

Protestbewegung bringt pro-europäische Regierung in schwere Bedrängnis

  • Von Irina Wolkowa, Moskau
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Noi sîntem poporul - Wir sind das Volk! Rund 100 000 Menschen skandierten die Losung aus dem deutschen Mauerfall-Herbst in Moldawiens Hauptstadt.

Rufe nach dem Rücktritt von Regierung, Parlament und Präsident sowie nach vorgezogenen Neuwahlen bis spätestens März sind wie am Wochenende weiterhin in Chişinău zu hören. Vorgetragen wurden die Forderungen in Rumänisch wie in Russisch. Die meisten Bürger der Republik Moldau beherrschen beide Sprachen gleichermaßen. Die Wahl der Sprache war bisher auch ein politischer Offenbarungseid: Für Europa, das 2014 ein Assoziierungsabkommen unterzeichnete, oder für Moskau. Russland ist wichtigster Handelspartner und größter Arbeitgeber. Über die Hälfte der Moldauer verdient dort ihr Geld.

Doch in den Zelten, die inzwischen den geräumigen Platz vor der Großen Nationalversammlung füllen, kampieren Menschen beider Ethnien. Sie kommen aus allen Regionen und vertreten unterschiedliche politische Vorstellungen. Aufgerufen zum Dauermeeting hat die Bewegung DA. Das Kürzel setzt sich aus den rumänischen Anfangsbuchstaben der Worte für Würde und ...

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