Die Menschenmasse und andere Täter

Ist jeder »besorgte« Anwohner ein Rassist? Über falsche Gleichsetzungen bei der Staatskritik und die Gefahr von Pauschalisierungen bei der Flüchtlingssolidarität.

  • Von Ralf Hutter
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Verglichen mit der Wortwahl in einer ähnlichen gesellschaftlichen Situation in den 90ern scheint in die veröffentlichte Meinung eine Bresche geschlagen zu sein: In der Berichterstattung über Proteste gegen Flüchtlinge wird von »Rassismus« gesprochen. So hieß es nach den Ereignissen von Heidenau in den Nachrichten gleich zweier Radiosender des Rundfunks Berlin-Brandenburg, dort hätten »Rassisten« protestiert. Also nicht »Anwohner und Rechtsextreme«, wie es sonst gerne bei solchen Ereignissen ausgedrückt wird (als könne es zwischen diesen Kategorien keine Überschneidungen geben). Das Engagement gegen Rassismus und für Flüchtlinge hat also einen kleinen Erfolg zu verbuchen. Auf die Aufmärsche von Pegida und Konsorten, die von und für angebliche »besorgte Bürger(n)« durchgeführt wurden, erschallte die Antwort: »Das Problem heißt Rassismus.«

Es scheint generell, dass in Deutschland mehr über Rassismus gesprochen wird als früher. Das dü...


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