Dämmerung mit Springkraut

Gift und Krisen, die Ware Erregung und die Kehrseite des Individualismus.

Keiner mag es in seinem Garten, das wuchernde Springkraut. Doch jetzt vor sanft bewegter Wasserfläche sehen die grazilen Blütenstände nicht wie Unkraut aus. Ein Scherenschnitt in Dunkelgrün und darüber die Kuppel des Himmels. Variation in Grau und Blau. Nur ganz links ist noch ein Fleckchen Helligkeit. Ein Leuchten spiegelt sich im See, der jetzt fast ruhig liegt. Schwarz-silbriges Streifengewebe, in dem man bei genauem Hinsehen eine Unmenge von Kreisen gewahrt. So viele Fische oder was?

Wann und wo ist die Sonne eigentlich untergegangen? Ich würde jetzt immer noch lesen, wenn es in dieser Jahreszeit nicht schon so früh dunkel würde. Die Augen mühen sich noch eine Weile mit der Schrift, dann heben sie sich und sehen - endlich - das Springkraut, das Wasser, den Wald, den Himmel. Mein Gott, erst jetzt!

Lesen als gesteigerte Zeit und zugleich als verpasste inmitten wunderbarer Natur. Das Buch war spannend, sogar sehr. Eine Frau,...


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