Auf der Suche nach dem Wir

Der Kongress Solidarische Ökonomie diskutiert über Möglichkeiten und Grenzen der Vernetzung

  • Von Josephine Schulz
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Was haben Ökobauern, »social business« und die Flüchtlingsfrage gemeinsam? Sie alle und noch viele mehr sind Thema beim Solikon.

Irgendwo da draußen soll es noch Menschen geben, die sich von ihrem Arbeitgeber ausbeuten lassen, ihr Essen bei Lidl kaufen und jede Mieterhöhung zähneknirschend in Kauf nehmen. Im Mikrokosmos Solikon lässt sich diese Welt da draußen ein Stück weit vergessen. Denn wo so viele Menschen zusammenkommen, die in Hausprojekten leben, ihre Lebensmittel solidarisch produzieren und Dinge nicht besitzen, sondern teilen wollen, scheint die Überwindung des Kapitalismus längst ausgemachte Sache.

Der Arbeitsauftrag des Kongresses lautet Vernetzung: »Man darf nicht alleine solidarisch auf seiner Insel sein«, sagt die brasilianische Professorin Alves de Oliveira. Aber schon die erste Frage - nämlich wer sich denn da vernetzen soll, wer zur großen Bewegung der solidarischen Ökonomie und zum Wir gehört - birgt Diskussionspotenzial.

»Ich habe eine chronische Wir-Allergie«, sagt die Publizistin Elisabeth Voß. Sie habe ihr Leben in kollektiven Zu...


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