Kugel trotzt Google

Im sächsischen Markranstädt werden seit 1917 Globen gefertigt - ungeachtet des Booms digitaler Karten sind sie auch heute noch gefragt

  • Von Sabine Fuchs, Markranstädt
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Wozu braucht es eigentlich noch den klassischen Globus? Wegen der dritten Dimension, die digitale Karten so nicht vermitteln können, sagen Kenner. In Markranstädt werden Globen seit 100 Jahren hergestellt.

Noch ist die Erde flach wie eine Scheibe. Doch wenn Marlis Unglaube von der Räthgloben 1917 Verlags GmbH Hand anlegt, wird die Sache bald kugelrund. Eine ihrer aktuellen Arbeiten ist eine besondere Herausforderung: Die Kugel hat einen Durchmesser von 128 Zentimetern. Noch steht der Globus-Körper aus weißem Kunststoff in der Halle des Betriebs in Markranstädt bei Leipzig. Bis Ende September soll er, beklebt mit allen Erdteilen und Meeren, nach Genf geliefert werden. »Seit 44 Jahren fertige ich Globen, doch das ist schon etwas ganz Besonderes«, sagt Unglaube, die gerade die 36 Segmente aus Papier für das Prachtstück zuschneidet.

»Die Welt ist nun mal rund«, sagt Thomas Härtel, Leiter der Gesellschaft. Deshalb seien die Kugeln trotz Google Map und anderer digitaler Karten nach wie vor gefragt. 30 Zentimeter sei der klassische Globusdurchmesser, aber auf Anfrage würden auch Durchmesser bis zu 128 Zentimetern angeboten. Etwa 100 versch...


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