Warten, dass das Warten ein Ende hat

Für die Flüchtlinge im Erstaufnahmelager Hamburg-Wilhelmsburg ist das Schlimmste die Ungewissheit

  • Von Fabian Köhler
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Wie geht es weiter, was kommt auf einen zu? Mit diesen, vielen weiteren Fragen und Problemen werden Flüchtlinge allein gelassen.

Es ist kein besonders eindrucksvolles Protestcamp, das Nour mit ein paar syrischen und irakischen Freunden an diesem Mittwochmorgen organisiert hat. Keine Presse und nur eine handvoll Polizisten sind gekommen, als die drei Dutzend Flüchtlinge die Straße besetzen. Für eine menschenwürdige Behandlung protestieren sie. Und dafür, das Lager verlassen und endlich weiterreisen zu dürfen. Nur der Ort des Flüchtlingsprotests macht den spontanen Sitzstreik dann vielleicht doch zu etwas Besonderem. Er liegt nicht an der ungarisch-serbischen Grenze. Sondern mitten in Hamburg.

Dort, wo vor zwei Jahren die Besucherautos der Internationalen Gartenschau parkten, liegt im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg jetzt eines der Erstaufnahmelager für Flüchtlinge der Stadt. Auf dem einen Teil reihen sich ein paar Dutzend Zelte hintereinander. Auf dem anderen stapeln sich die Wohncontainer. Im Westen trennt ein Bauzaun die spielenden Kinder vom Autobahnzubr...


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