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Islamisten in Berlin

 Der Verfassungsschutz beobachtet derzeit 670 Islamisten in der Hauptstadt, die in der Mehrzahl der ultrakonservativen Strömung der Salafisten zugerechnet werden, die als »dynamischste Bestrebung im Islam« gilt. Der Nachrichtendienst schätzt 350 der 670 Islamisten als »gewaltorientiert« ein. Mehr als 100 Berliner sind in die Kriegsgebiete in Syrien und den Irak ausgereist, darunter 15 Frauen. Etwa ein Drittel der Ausgereisten ist inzwischen in die Hauptstadt zurückgekehrt. Mindestens zwölf Berliner sind im Nahen Osten ums Leben gekommen.

 Die Kriege in Nahost führen seit dem Sommer 2014 in Berlin vermehrt zu Konflikten: Im August 2014 beispielsweise löste die Verfolgung und Tötung von Jesiden in Irak auch hierzulande eine Protestwelle aus, an der sich vor allem die in Deutschland verbotene türkische Arbeiterpartei PKK sowie Linksradikale beteiligten. Am Rande dieser Demonstrationen provozierten auch immer wieder gewaltbereite Sympathisanten des selbst ernannten Islamischen Staates. Islamisten demonstrierten auch vor der Botschaft der Vereinigten Staaten am Brandenburger Tor.

 Um die von den Behörden ins Visier genommenen Islamisten hierzulande zu deradikalisieren, hat Innensenator Frank Henkel (CDU) zum 1. April dieses Jahres ein Präventionsnetzwerk aufgelegt. Mit dem Netzwerk gegen Deradikalisierung wollen die Behörden junge Menschen und ihren Eltern helfen und eine Anlaufstelle bieten. Auch Ausreisen nach Nahost sollen durch das Projekt verhindert werden. Insgesamt 500 000 Euro stehen dafür bis 2019 zur Verfügung. mkr

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