Julian Assange in Infrarot

Die Reize von Technologien der Überwachung in der Ausstellung »Samizdata«

  • Von Tom Mustroph
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Überwachung kann einen ästhetischen Reiz haben. Darauf macht der Fotograf, Internetaktivist und Softwarespezialist Jacob Appelbaum in seiner Ausstellung »Samizdata: Evidence of Conspiracy« aufmerksam. Appelbaum benutzt Infrarotfotografie, die bereits in den 1960er Jahren vom US-Militär eingesetzt wurde, um in Camouflage getarnte Gegner von der Landschaft, in der sie sich versteckten, zu unterscheiden. Im infraroten Bereich reflektiert Laub das Licht anders als menschliche Körper in Tarnanzügen.

Diese Effekte sind auch in Appelbaums Großfotografien deutlich zu erkennen. Das wenige Laub, das auf den Bäumen in einer Landschaft bei London noch vorhanden ist, in der Appelbaum den Wikileaks-Gründer Julian Assange im Jahr 2012 fotografierte, gibt rotes Licht ab. Rot gefärbt ist ebenfalls das Laub rings um Sarah Harrison, eine britische Journalistin, die als Begleiterin Assanges bei dessen Reise nach Moskau bekannt wurde. Und auch der Gar...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.