Werbung

Immer mehr Roboter melken, trösten, fliegen

Weltstatistik der International Federation of Robotics zeigt starkes Wachstum in Alltag, Arbeitswelt und Militär / Mensch-Roboter-Kollaboration vor dem Durchbruch

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Berlin. Roboter erobern immer mehr Bereiche in Alltag, Arbeitswelt und Militär. Einen Überblick über die Entwicklung in den kommenden Jahren liefert die neueste Weltstatistik der International Federation of Robotics. Danach wird allein der Absatz privat genutzter Service-Roboter bis 2018 weltweit auf rund 35 Millionen Einheiten steigen - das sind automatische Haushaltshelfer wie selbsttätige Rasenmäher, Freizeitroboter wie etwa das Modell Pepper. Die Geräte werden den Herstellern laut der Prognose rund 20 Milliarden US-Dollar einspielen.

Ein zweiter wichtiger Wachstumsmarkt: Service-Roboter für professionelle Anwendungen. Damit sind unter anderem vollautomatisierte Geräte für den Logistikbereich gemeint, genauso aber auch Roboter, die in der Landwirtschaft (Melkroboter, Feldroboter) zum Einsatz kommen. Rund 2.100 automatisch geführte Fahrzeuge hat allein die verarbeitende Industrie gekauft.

Wachstumstreiber ist auch das Militär: Hier sorgten Roboter für einen Anteil von rund 45 Prozent am Gesamtabsatz bei den Profi-Anwendungen im Jahr 2014 - wobei der größte Teil davon wiederum von unbemannten Flugsystemen beigesteuert wird: Drohnen.

Interessant: Der Absatz der Medizinroboter ging 2014 im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent zurück, es wurden nur noch etwas mehr als 1.200 Einheiten weltweit verkauft. Hier fanden vor allem robotergestützte Operations- und Therapie-Systeme Absatz.

Einen großen Zukunftsmarkt sagen die IFR-Experten den Assistenz-Robotern in der Senioren- und Behindertenbetreuung voraus. In vielen Ländern seien Forschungsprojekte aufgelegt worden, um mit High-Tech-Robotern ältere Personen und bewegungseingeschränkte Menschen zu unterstützen. 2014 verzeichnete die Branche hier ein ein Absatzplus von 542 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Positiv entwickelte sich auch der Markt für so genannte Exo-Skelette, also körpergetragenen Systeme, mit denen sich Bewegungen unterstützen lassen, etwa als Hebehilfen. Davon wurden 2014 bereits 273 Systeme verkauft - 2013 waren es erst 160. Überwiegend kommen diese Roboter derzeit für militärische Anwendungen zum Einsatz, heißt es bei IFR.

Weit mehr Stückzahlen werden im Bereich der Industrie-Roboter verzeichnet. Hier wird der Absatz bis 2018 jährlich um durchschnittlich 15 Prozent wachsen. Die IFR-Statistik geht davon aus, dass sich die Zahl der pro Jahr verkauften Einheiten auf rund 400.000 Stück verdoppelt. 70 Prozent davon werden in den fünf größten Märkten abgesetzt: China, Japan, USA, Südkorea und Deutschland.

»Wichtigster Treiber der Entwicklung ist der weltweite Wettbewerb der industriellen Produktion. Die Automatisierung des Automobilsektors und der Elektro- und Elektronikindustrie stehen dabei mit einem Marktanteil von zusammen 64 Prozent an der Spitze«, erklärt Arturo Baroncelli, Präsident der International Federation of Robotics diesen Trend. China ist dabei inzwischen der größte und am schnellsten wachsende Robotermarkt weltweit geworden.

Was das konkret bedeutet? In der produzierenden Industrie Chinas gibt es derzeit im Schnitt 36 Roboter pro 10.000 Beschäftigte. Das ist deutlich weniger als zum Beispiel in Südkorea, wo auf 10.000 Beschäftigte derzeit 478 Industrie-Roboter kommen (Japan: 315, Deutschland: 292, USA: 164). In China wird aber bereits rasant nach-automatisiert. IFR-Prognosen gehen davon aus, »dass 2018 mehr als jeder dritte Industrie-Roboter des weltweiten Angebots in China installiert werden wird«. Auch die USA würden »ihre Wirtschaft derzeit mit rasantem Tempo« automatisieren.

Der weltweit größte Robotermarkt trotz der bereits hohen Roboterdichte ist die Automobilindustrie. In der Branche wurden 2014 etwa 100.000 neue Roboter installiert. »Ein Großteil der Robotertechnik wurde 2014 an Autozulieferer für elektronische Komponenten verkauft. Dazu zählen beispielsweise Batteriehersteller oder Car-IT-Firmen«, so IFR.

Doch auch jenseits der Auto-Branche gilt laut IFR: »Die digitale Transformations- und Automatisierungswelle wird den Siegeszug der Industrie-Roboter bis 2018 weiter vorantreiben.« So würden unter anderem die Mensch-Roboter-Kollaboration vor dem Durchbruch stehen, was wiederum »den Markt zusätzlich für neue Anwendungen« eröffne. nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen