Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.

Hybris und Elitenversagen

Militär statt Diplomatie: Echte Friedensverhandlungen mit den Taliban hat es in Afghanistan nicht gegeben

  • Von Thomas Ruttig
  • Lesedauer: ca. 8.5 Min.

Die Eroberung von Kundus durch die Taliban hat Rufe nach einer Verlängerung des Militäreinsatzes dort ausgelöst. Und Verhandlungen? Rückblick auf das Versagen der Diplomatie in dem Konflikt.

Trotz aller gegenteiligen Rhetorik und eines westlich gesponserten »Friedens- und Versöhnungsprogramms« der afghanischen Regierung hat es wirkliche Friedensverhandlungen in Afghanistan seit dem Sturz des Taliban-Regimes 2001 nicht gegeben. Internationale Hybris und afghanisches Elitenversagen verhinderten das.

Die USA lehnten es während der gesamten Regierungszeit von George W. Bush (2001 - 2009) ab, mit den Taliban überhaupt nur zu reden. Dahinter stand das Missverständnis, die Taliban seien zusammen mit Al Qaida eines unauflöslichen »terroristischen Syndikats«. Bruchlinien wurden ignoriert, etwa der Widerspruch zwischen der auf Afghanistan gerichteten Agenda der Taliban und der internationalen Dschihad-Strategie Al Qaida. Zudem verübelten die Taliban es Al Qaida, dass sie wegen der Anschläge des 11. September 2001 die territoriale Kontrolle über Afghanistan verloren. Es gab aber auch symbiotische Beziehungen zwischen beiden, vor...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.