Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Übernehmen Roboter teilweise die Pflege?

Neue Technologien sollen schon bald dem Fachpersonal Arbeit abnehmen

  • Von Sophie Elmenthaler
  • Lesedauer: 2 Min.
Pflegeroboter sind längst keine Zukunftsmusik mehr. Sie sollen das Pflegepersonal entlasten. Doch Kritiker warnen, dass mit ihnen die menschliche Zuwendung zu Pflegebedürftigen zu kurz kommen könnte.

Unternehmen und Forschungsinstitute stecken schon seit Jahren viel Geld in die Entwicklung von neuen Technologien in der Pflege. Digitale Systeme und Roboter sollen überlasteten Pflegekräften Aufgaben abnehmen, sie logistisch unterstützen und sich in einigen Fällen sogar um das seelische Wohl der Bedürftigen kümmern.

In einer Umfrage, die das Bundesforschungsministerium in Auftrag gegeben hat, zeigt sich jeder zweite Befragte für die neuen digitalen Technologien aufgeschlossen.

»In den letzten Jahren ist sehr viel in assistive Technologien investiert worden«, sagt der Pflegewissenschaftler Manfred Hülsken-Giesler von der philosophisch-theologischen Hochschule Vallendar in Rheinland-Pfalz. »Es ist damit zu rechnen, dass sie bald breitere Verwendung finden.« Er rät jedoch zu einem behutsamen Einsatz und mahnt, den zwischenmenschlichen Kontakt in der Pflege nicht zu vernachlässigen. Denn Pflegearbeit sei in erster Linie Beziehungsarbeit.

Assistive Technologien sollen alten und pflegebedürftigen Menschen im Haushalt helfen und Sicherheit bieten. Dazu gehören zum Beispiel Toiletten mit Intimpflegefunktion oder sensorische Überwachungssysteme wie etwa »intelligente Fußböden«. Diese können erkennen, wenn jemand gestürzt ist und dann selbstständig Alarm auslösen. Aber auch Aufstehhilfen oder Geräte, die an die Einnahme von Medikamenten oder Mahlzeiten erinnern, zählen dazu.

Das Bundesgesundheitsministerium prüft bereits, ob einige dieser Technologien künftig als Pflegehilfsmittel abgerechnet werden können.

Die Entwicklung endet aber nicht bei derartigen Technologien. So haben mehrere Institute und Unternehmen Roboter entwickelt, die mehrere Funktionen in sich vereinen. Einer dieser Roboter ist »Giraff« aus Schweden. Er kann Bewegungsprofile der Pflegebedürftigen erstellen, Blutzuckerspiegel und Blutdruck messen und die Daten an einen Pflegedienst übermitteln. »Giraff« ist mit einem Tablet-Computer ausgestattet, über den sein Besitzer mit Angehörigen und Pflegern kommunizieren kann.

Das Fraunhofer Institut IPA in Stuttgart arbeitet an einem intelligenten Pflegewagen. Der Pflegewagen soll die Pflegeutensilien bis vors Zimmer bringen. So könne das Pflegepersonal viel Zeit sparen, weil es nicht dauernd hin- und herrennen müsse, um etwas zu holen. Außerdem sollen die Wagen selbst erkennen, wenn Artikel verbraucht sind und nachgeholt werden müssen und anschließend selbstständig ins Lager fahren.

Schließlich gibt es noch den großen Bereich der sogenannten Emotionsrobotik. »Emotionale Roboter« können Gefühle erkennen, zumindest aber auf gefühlsrelevante Reize reagieren. Dadurch sollen sie in gewisser Weise eine Beziehung zu den Pflegebedürftigen aufbauen. Einige solcher einfacheren Roboter sind bereits seit Jahren im Einsatz wie die Babyrobbe »Paro«, die zur emotionalen Unterstützung bei der Behandlung von Demenzpatienten eingesetzt wird. epd/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln