Die U-Bahn in der Heide

Fernab aller Flüchtlingshektik präsentierte die Bundeswehr ihr neues »Schnöggersburg«

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Der Begriff Krieg bekommt neue Accessoires. In Mode sind asymmetrische und hybride Kriege, beide verbunden mit dem Kampf in urbanen Gebieten. So etwas wird demnächst in »Schnöggersburg« geübt.

Der Herbst meinte es gut. Heidelandschaft, wohin man blickte, die Sonne wärmte sanft. Viel Ruhe wurde nur dann und wann vom Geschrei ziehender Gänseformationen unterbrochen. Kann es eine schönere Gegend für eine Reportage geben?

Ja! Denn Ruhe und Sanftheit der Natur täuschen. In der Colbitz-Letzlinger Heide herrscht das Militär. Seit rund acht Jahrzehnten wird hier für Kriege geübt. Tags zuvor war ein durch Panzer verstärktes Grenadierbataillon der Bundeswehr über den Gefechtsacker gestürmt, man sah die Soldaten noch beim Waschen ihrer stählernen Kaleschen. Das 30 mal 8 Kilometer messende Übungsareal bietet viel Dreck und Staub.

An 240 Tagen im Jahr üben hier Soldaten Angriff und Verteidigung. Nicht nur deutsches Militär nutzt die elektronisch aufgerüsteten Kampfbahnen. Soldaten aus den Niederlanden sind fast Dauergäste, die US-Militärs schickten erste Panzer- und Spezialtruppen. Weitere NATO-Staaten sowie Soldaten aus Partne...

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