Tote Vögel, verseuchtes Grundwasser

Eine Mine bedroht den Lebensraum Hunderter Menschen. Seit drei Jahren wehren sie sich. Ein Novum für Guatemala

  • Von Knut Henkel
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

La Puya heißt die Widerstandsbewegung in Guatemala, die gegen eine Goldmine kämpft. Sie wird gegen richterlichen Beschluss mit Duldung der lokalen Politik illegal gebaut. Ein Ortsbesuch.

Die Kette von Polizei-Pickups taucht als Erste auf, als das Auto zur Goldmine El Tambor einbiegt. Ein halbes Dutzend schwarz lackierter geländegängiger Fahrzeuge mit gelben Policia-Aufklebern, um die herum knapp zwei Dutzend Uniformierte herumlungern. Die einen starren auf ihre Smartphones, andere unterhalten sich, ein paar dösen unter Baumwipfeln, die für erträgliche Temperaturen sorgen. Die Gegend um San José del Golfo, wenige Kilometer nordöstlich von Guatemala-Stadt, ist eine Agrarregion mit viel Waldbestand. »Hier gibt es kleinbäuerliche Strukturen und eine hohe Artenvielfalt«, sagt Antonio Reyes mit bitterer Miene. Der 49-jährige Sozialarbeiter ist einer von rund 150 Aktivisten, die ein Protestcamp vor dem Eingang zur Mine El Tambor aufgebaut haben. Seit nunmehr drei Jahren kämpfen sie gegen die Zerstörung ihres Lebensraums.

Links und rechts der Schotterpiste haben sie aus Holz und Planen Baracken aufgebaut. Die Bergbaugegner hab...

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