Eine schmale Chance, aber eine Chance

Alles sinnlos und falsch in Griechenland nach dem Brüsseler Deal vom Juli? Ein Plädoyer gegen linke Besserwisserei

  • Von Joachim Bischoff und Björn Radke
  • Lesedauer: ca. 9.0 Min.

Es ist falsch zu behaupten, dass die Umbauprogramme, die Griechenland aufgezwungen werden, jeder ökonomischen Logik entbehren.

Die Krise in Griechenland beschäftigt die Völker und Politiker Europas spätestens, seit die EU-Kommission am 3. Februar 2010 den griechischen Staatshaushalt unter ihre Kontrolle gestellt und die Mitglieder der Eurozone sowie der Internationale Währungsfonds (IWF) am 12. April 2010 ein Rettungspaket in Höhe von 45 Milliarden Euro für den »Ernstfall« beschlossen hatten.

I.

Die Grundkonstellation, die bis heute anhält, charakterisierten wir seinerzeit als eine Kombination aus Überschuldung und Schwäche des Wirtschaftspotenzials. Bereits damals plädierte ein Teil der wirtschaftlichen und politischen Eliten für einen Ausschluss Griechenlands aus der EU, um dem Land die Umschuldung und wirtschaftliche Sanierung allein aufzubürden.

Auch wenn es im Nachhinein wie Besserwisserei klingen mag, orientierten wir bereits 2010 auf einen anderen Weg: »In dieser Situation hilft allein ein umfassendes ökonomisches Strukturprogramm,...


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