»Die Blockade ist omnipräsent«

Vor einer UN-Abstimmung bilanziert Havanna kritisch die neue Kuba-Politik Washingtons

  • Von Andreas Knobloch, Havanna
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Einmal im Jahr stellt Kuba in der UN-Vollversammlung eine Resolution zur Abstimmung, die die vor 55 Jahren von den USA verhängte Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade verurteilt.

Bei der jährlichen Abstimmung über eine Resolution gegen die US-Blockade Kubas votieren die UN-Migliedsstaaten mit überwältigender Mehrheit dafür. Im vergangenen Jahr waren es 188 Staaten - nur die USA und ihr enger Verbündeter Israel waren dagegen. Zwar hat die Resolution keinen bindenden Charakter, ermöglicht es aber Kuba, die Isolation der USA bei diesem Thema auf großer Bühne vorzuführen. An diesem Dienstag wird erneut abgestimmt.

Doch es könnte jetzt anders laufen. Seit der Neuausrichtung der US-Kuba-Politik, der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen und dem begonnenen Annäherungsprozess zwischen den früheren Erzfeinden herrscht ein anderes politisches Klima als vor Jahresfrist. Im Vorfeld waren daher Spekulationen aufgekommen, Washington könnte in der UN-Vollversammlung gegen die eigene Blockadepolitik stimmen oder sich zumindest der Stimme enthalten.

Präsident Barack Obama hat den US-Kongress wiederholt öffentlich ...

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