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Auf der Suche nach Gott

Ingolf Bossenz über den Umgang der Menschen mit numinosem Nonsens

Das Religiöse verschwindet nicht, wie positivistische Prognosen verhießen. Es wandelt sich, aber es ist und bleibt dem Menschen - in unterschiedlichen Formen und Maßen - immanent.

Das 19. Jahrhundert mit seinen dampfenden Maschinen, rauchenden Schloten und visionären Verkündigungen war auch das Säkulum, in dem Gott für tot (Nietzsche) und Religion zum »Opium des Volks« (Marx) erklärt wurde. »Das 21. Jahrhundert«, prophezeite indes André Malraux, »wird ein Jahrhundert der Religion sein, oder es wird nicht sein.« Bestätigung findet das Diktum des französischen Künstlerpolitikers im Ergebnis einer Umfrage in den USA. Dieser zufolge ging der Anteil der US-Amerikaner mit »religiöser Bindung« zwischen 2007 und 2014 zwar von von 83 Prozent auf 77 Prozent zurück. 89 Prozent der US-Bürger erklärten jedoch, sie glaubten an Gott. Dass die Umschreibung, wer oder was Gott ist, beinhaltet oder bewirkt, nicht mehr der Deutungshoheit religiöser Großunternehmen obliegt, ist sogar bei den Anhängern der römisch-katholischen Kirche evident, die auch in Deutschland und Europa bei Befragungen ihre Differenzen zu den dogmatischen Vorgaben Roms bekunden.

Das Religiöse verschwindet nicht, wie positivistische Prognosen verhießen. Es wandelt sich, aber es ist und bleibt dem Menschen - in unterschiedlichen Formen und Maßen - immanent. Ob es zu einer Inspiration des Guten wird, hängt nicht von »heiligen Büchern« über mehr oder weniger numinosen Nonsens ab, sondern vom Verstand des Einzelnen.

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