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Jugend erforscht Geschichte

Abschluss der Projekte mit Präsentation der Ergebnisse auf einer Messe in Potsdam

  • Von Wilfried Neiße
  • Lesedauer: 2 Min.

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Kinder und Jugendliche beschäftigten sich mit Themen wie Jüdisches Leben in Brandenburg/Havel und Zwangsarbeit in der Lausitz.

»Willst du dir ein hübsch Leben zimmern, musst du dich um Vergangnes nicht bekümmern«, dichtete Johann Wolfgang von Goethe. Im Rahmen der 11. Jugendgeschichtstage trafen sich am Freitag im Plenarsaal des Landtags brandenburgische Jugendliche, die dazu eine andere Meinung haben.

In seinen Begrüßungsworten thematisierte Vizelandtagspräsident Dieter Dombrowski (CDU) den Überfall von drei Jugendlichen auf eine farbige und hochschwangere Flüchtlingsfrau in Bad Belzig vor einigen Tagen. Halbwüchsige haben die 21-jährige aus Somalia zusammengeschlagen und sie noch getreten, als sie bereits am Boden lag. Gegenüber seiner Tochter habe er geäußert, »was werden die Eltern dazu sagen«, erzählte Dombrowski. Was seine Tochter darauf entgegnet habe, das habe ihn sehr nachdenklich gemacht: »Das hat etwas mit den Eltern zu tun, sie müssen etwas falsch gemacht haben.« Bei den Tätern habe »Wertevermittlung und Geschichtsvermittlung nicht stattgefunden«.

Dombrowski wies darauf hin, dass die 11. Jugendgeschichtstage im Jubiläumsjahr der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und der Befreiung vom Faschismus stattfinden und gleichzeitig in einer Zeit, »in der viele Menschen aus Syrien und anderen Krisengebieten bei uns Schutz suchen«. Dementsprechend sei die Verantwortung groß. Es sei von entscheidender Bedeutung, sich daran zu erinnern, dass Menschen in der Nazizeit Schreckliches erlitten haben, erklärte Dombrowski. Jugendliche seien aufgefordert, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen. Beschäftigung mit Historie könne aber auch Freude bereiten und vor allem: »Wir können aus der Geschichte lernen.« Ohne Geschichtsbewusstsein sei die Gegenwart »ein Gefängnis ohne Tiefe und Grund«.

Er scheue sich nicht, an dieser Stelle »das altmodische Wort Weisheit« zu verwenden, sagte Dombrowski. Ohne Weisheit könne die Gegenwart nicht entziffert, übersetzt und verständlich gemacht werden.

Am zwei Tage währenden Abschluss der Jugendgeschichtstage, die federführend durch den Landesjugendring Brandenburg realisiert worden sind, beteiligten sich 28 Gruppen aus allen Teilen Brandenburgs. Mehr als 200 Jugendliche ab zwölf Jahren präsentierten ihre Projekte und tauschten sich untereinander über Forschungsergebnisse und methodische Herangehensweisen aus.

Eingangs stellten Jugendliche aus Brandenburg/Havel die Ergebnisse ihres Projektes »Jüdisches Leben in Brandenburg/Havel« vor - eine »Stadtrecherche zu Shoa und Täterschaft«. Eine andere Gruppe präsentierte einen Film zur »Zwangsarbeit in der Lausitz 1939 bis 1945«.

Am Freitagnachmittag beschäftigten sich die Teilnehmer in insgesamt 15 Workshops mit verschiedenen Aspekten der Zeitgeschichte. Im Abendprogramm zeigten viele der beteiligten Gruppen ihre im Projekt entstandenen Filme im Potsdam-Museum. Für diesen Sonnabend, den 13. November, steht im Kutschstall am Neuen Markt in Potsdam von 10 bis 13 Uhr eine Jugendgeschichtsmesse auf dem Programm.

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