Ben Reichardt 20.11.2015 / Brandenburg

Daheim im »üblen Nest«

Sein Vater wurde 1990 von Rassisten ermordet. Er selbst immer wieder Ziel von Beleidigungen. Dennoch fühlt er sich heute als Eberswalder. Ein Besuch bei Amadeu Antonio junior

Seinen Vater hat Amadeu Antonio Schimansky nie kennengelernt. Er kennt ihn nur aus den Erzählungen der Mutter. Als »liebevoll, aufgeschlossen« habe die ihn beschrieben, erinnert sich der junge Mann, der noch nicht geboren war, als sein Vater in der Nacht zum 25. November 1990 in Eberswalde von einem rechten Mob zusammengeschlagen wurde. So schwer, dass er elf Tage später starb. Der Angolaner Amadeu Antonio war noch zu DDR-Zeiten als Vertragsarbeiter in die brandenburgische Kleinstadt gekommen. Er gilt als eines der ersten ausländischen Opfer rassistisch motivierter Gewalt nach der Wende in Ostdeutschland.

Der damals 28 Jahre alte Antonio war auf offener Straße von mehreren Rechtsextremisten zu Tode geprügelt worden, obwohl sich in der Nähe Polizisten aufhielten. Diese Tatsache und die Brutalität gegen das Opfer machten den Fall deutschlandweit publik. Dazu kamen später die umstrittenen Urteile gegen die Täter. Was nicht wenigen al...

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