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»Nach wie vor menschenunwürdig«

Mit einer zusätzlichen Registrierungsstelle sollte vor dem LAGeSo alles besser werden

  • Von Josephine Schulz
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Michael Müller hatte in seiner Regierungserklärung eindringlich beschworen: Frierende und verzweifelte Menschen vor dem LAGeSo wolle er nicht mehr sehen. Was hat sich getan? Ein nächtlicher Besuch.

In den Zelten ist es warm, dicke Schläuche pusten heiße Luft ins Innere, die weißen Planen schützen vor Schnee und Regen. Fünf davon stehen auf dem Innenhof des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) in Moabit, sie bieten Platz für mehrere hundert Menschen. Aber die Zelte sind leer. Stattdessen warten rund hundert Menschen auf dem Bürgersteig. Der Grund: Es ist Sonntagabend, das LAGeSo hat geschlossen. Die Flüchtlinge aber bleiben. Sie wollen, wenn um vier Uhr die Zäune geöffnet werden, und der Run auf die nächste Schlange beginnt, vorne mit dabei sein. Viele haben seit Tagen nicht geschlafen, jede Nacht warten sie auf der Straße, jeden Tag auf dem LAGeSo-Gelände. Nur einige Meter und ein Zaun trennen sie von den leeren, warmen Zelten. In der Nacht spielen sich vor dem Landesamt Szenen ab, die der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) nicht mehr sehen wollte: frierende Kinder, Alte und Kranke, die auf der Straße sitze...


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