Nichts Höheres mehr?

»Graf Öderland/Wir sind das Volk« am Staatsschauspiel Dresden, Regie: Volker Lösch

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Wir sind bei der Sache und denken, schon bei uns selber zu sein. Wir schauen hin, offen, und dann sehen wir schnellstens - zu: wie wir wegkommen. Wir glauben uns auf der richtigen Seite und verdrängen, was dies bedeutet: Wer richtig liegt, muss vorher umgefallen sein. Demokratie als Tummelfeld der Möglichkeiten, fett zu werden: Man muss nur seine Meinung schlucken. Dann ist die Demokratie irgendwann zum Kotzen. Klingt wie Pegida. Ist Pegida. Dresdner Aufmarschgebiet: der Theaterplatz. Da muss dem Theater der Kragen platzen. Und es spielt geladener denn je. Am Staatsschauspiel inszenierte Volker Lösch »Graf Öderland/Wir sind das Volk« (Bühne: Cary Gayler, Dramaturgie: Robert Koall, Stefan Schnabel).

Löschs Theater will an die Rampe, es rückt vor, es ist nicht mundgerecht, es reißt sein Maul auf, es röhrt, sein Radar ist der Radau, der steigt und steigt, der steigt zu Kopf, bis alles nur noch Kehlkopf ist. Jener große Bürgerchor, de...

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