Werbung

35 Millionen unfrei

Sklaverei ist noch immer ein weltweites Problem

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Mehr Menschen als je zuvor leben heute unter Bedingungen, die als Sklaverei bezeichnet werden müssen. Zwangsarbeit und Menschenhandel betrifft besonders Kinder.

Es geht nicht bloß um Kindersoldaten, Bergbau, Hausarbeit oder Prostitution. Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) der Vereinten Nationen (UNO) arbeiten rund 21 Millionen Menschen weltweit unter Bedingungen, in denen ihre Grundrechte missachtet werden, rund 5,5 Millionen davon Kinder. 150 Milliarden US-Dollar Profit wird damit jährlich in der Privatwirtschaft gemacht.

Sklaverei bedeutet nach der UNO-Definition von 1956 »die Rechtsstellung oder Lage einer Person, an der einzelne oder alle der mit dem Eigentumsrecht verbundenen Befugnisse ausgeübt werden«. Heute ist meist von Zwangsarbeit die Rede (Forced Labour Slavery), also »jede Art von Arbeit, die unter Anwendung von Täuschung, Drohungen oder Gewalt von jemandem verlangt wird«, heißt es bei der Menschenrechtsorganisation International Justice Mission (IJM), die weltweit gegen Sklaverei kämpft.

Die Walk Free Foundation, eine australische NGO, präsentierte 2014 zum zweiten Mal den Sklaverei-Index. Darin werden 167 Staaten untersucht und was die Regierungen gegen Menschenhandel und Versklavung tun. Danach leben 35,8 Millionen Menschen weltweit unter Bedingungen, die als Sklaverei bezeichnet werden können. 61 Prozent davon in absoluten Zahlen in Indien, China, Pakistan, Usbekistan und Russland. Die Häufigkeit von moderner Sklaverei ist gemessen an der Bevölkerungszahl am weitesten verbreitet in Mauretanien, gefolgt von Usbekistan, Haiti, Katar und Indien.

Im Jahr 2006 sprach die Organisation terre des hommes noch von zwölf Millionen Opfern von Menschenhandel und Zwangsarbeit. Ist die Zahl der versklavten Menschen in nur neun Jahren so stark gestiegen? »Nein«, sagt Barbara Küppers von terre des hommes gegenüber »nd«. »Wir haben heute bessere und mehr Informationen und die Erfassung hat sich auch geändert.« Beispielsweise seien Kinderheiraten damals noch nicht dazugezählt worden. Es gebe Staaten, in denen es besser geworden sei, aber leider auch die gegenteilige Entwicklung. »In den Lieferketten der Textilindustrie, in denen direkter Kontakt zwischen den Bekleidungskonzernen und den Produzenten besteht, gibt es nahezu keine Kinderarbeit mehr. Doch beispielsweise in südindischen Spinnereien arbeiten 260.000 junge Mädchen und Frauen«, weiß Küppers. »In Südasien ist nach wie vor die Schuldknechtschaft weit verbreitet, in den Konfliktgebieten Syrien und Irak steigt die Zahl der zur Zwangsarbeit verkauften Menschen und der Kindersoldaten.« Zudem würden »durch ganz Afrika« Frauen und Mädchen im Auftrag von »IS« entführt und verkauft, um verheiratet zu werden.

Moderne Sklaverei gibt es in vielen Staaten in vielfältiger Ausprägung. Die wenigsten Fälle werden aufgedeckt. Die Vereinten Nationen verabschiedeten am 2. Dezember 1949 die Konvention zur Unterbindung des Menschenhandels und der Ausnutzung der Prostitution anderer. Seit 2002 wird der Tag zur Abschaffung der Sklaverei begangen – bei der Premiere vor 13 Jahren sagte der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan: »Sklaverei war im wahrsten Sinne die erste internationale Menschenrechtsfrage, die je aufkam. Sie führte zur Annahme der ersten Gesetze zum Schutz der Menschenrechte.« Dass dieser Tag bis heute wichtig ist, neben dem alltäglichen Kampf gegen die Ausbeutung, zeigen die nackten Zahlen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!