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Teil der inneren Logik

Jörg Meyer über den Tag zur Abschaffung der Sklaverei

Die Zahl derer, die weltweit in Verhältnissen arbeiten, die als moderne Sklaverei bezeichnet werden, ist in etwa so hoch wie die Zahl der arbeitenden Menschen auf dem hiesigen Arbeitsmarkt insgesamt. Sie werden entführt, erpresst, in Zwangsarbeit genötigt, im schlimmsten Fall umgebracht. Aber warum machen die denn das?

Die Sklaverei gehört zu einem System, das auf Profit ausgelegt ist. Im Laufe der Jahrhunderte wurden Millionen Menschen in die Sklaverei entführt, um den Rücken als billige Arbeitskräfte krumm zu machen. Sie mussten ja nur gefüttert werden. Ganze Gesellschaften gründeten ihren Wohlstand und Fortschritt auf der Arbeitskraft von Sklaven.

Heute ist die Sklaverei nahezu weltweit geächtet. Aber nützt das etwas? Kaum. Zwar gab es die ersten internationalen Resolutionen gegen den Menschenhandel schon Anfang des letzten Jahrhunderts, doch bis heute ist sie ein weltweit verbreitetes Phänomen. Und auch große »westliche« Auftraggeber und Abnehmer der schmutzigen Ware z.B. in der Bekleidungs- und Nahrungsmittelindustrie reagieren erst und versprechen, ihre Produktionsketten zu säubern, wenn der öffentliche Druck zu groß wird. Was muss passieren? International strenge Gesetze, harte Strafen? Ist das denkbar? Kaum. Die UN-Konvention, deren Jahrestag an diesem Mittwoch begangen wird, ist 56 Jahre alt, es gibt so viele Menschen in Zwangsarbeit wie nie zuvor. Warum also machen die das? Weil’s geht.

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