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Ade, schönes Knie!

Silvia Ottow über den Krankenkassenbeschluss, Arthroskopie nicht zu erstatten

Zweifel an der Wirksamkeit der Kniegelenksspiegelung gibt es schon seit längerem. Einigen Experten galt sie bereits vor Jahrzehnten als eine Art Schönheitsoperation von innen, die nicht in jedem Fall medizinisch indiziert ist und - das weiß jeder Mensch aus den Gesprächen beim Friseur, in der Straßenbahn und im Freundeskreis - nicht immer die erhoffte, dauerhafte Schmerzlinderung bringt. Dennoch wird sie inflationär angewendet und verursacht nicht zuletzt aus diesem Grund wachsende Kosten. Was wiederum nicht verwundert, denn dass Operationen unter den Bedingungen unseres Gesundheitssystems lukrativ für jene sind, die sie ausführen, hat sich ordentlich herumgesprochen. Nicht ohne Grund wird zwischen Ostsee und Alpen mehr als doppelt so viel operiert wie in anderen Ländern, in denen ebenfalls Menschen mit Knien und Hüften leben.

Nun hat das zuständige Kassengremium die Arthroskopie aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung geworfen und man könnte durchaus meinen, die Entscheidung sei verantwortungsvoll getroffen worden. Wissen kann man es allerdings nicht, denn es wurden aus diesem Katalog schon ganz andere Sachen gestrichen: Zahnersatz, Impfungen, Krankentransporte, verschreibungsfreie Arzneien, Knochendichtebestimmung, Glaukomvorsorge. Das soll alles unnütz sein?

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